Darum wird gerade alles teurer

Schlechte Ernte & hohe Energiekosten: Preise für Lebensmittel steigen deutlich

15. Oktober 2021 - 9:08 Uhr

Reporterin vergleicht die Kassenzettel

Das gab es seit fast 30 Jahren nicht mehr. Alles in Deutschland wird teurer. Heizen, tanken und auch Lebensmittel. Das statistische Bundesamt spricht von 4,6 Prozent Preissteigerung im Durchschnitt seit dem letzten Jahr. Und das betrifft ganz einfache Dinge wie Nudeln, Sonnenblumenöl, Tomaten.

Unsere Kollegin Lea Graf bewahrt ihre Kassenbelege stets auf – so kann sie genau sagen, welche Lebensmittel teurer werden. Mehr dazu im Video.

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Schlechte Ernte: Vor allem pflanzliche Produkte teurer

Dass die Preise so durch die Decke gehen, liegt an mehreren Faktoren. Die hohen Spritpreise setzen auch den Händlern zu und mancher Landwirt hat in diesem Jahr über eine schwache Ernte geklagt - außerdem zahlt das Ende der Corona-Konjunkturmaßnahmen aus dem vergangenen Jahr auf die Preise ein. Und Experten rechnen auch mit weiter steigenden Preisen.

Das statistische Bundesamt hat gerade aktuelle Zahlen veröffentlicht:

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  • Die Preise für landwirtschaftliche Produkte wie Getreide, Gemüse oder Fleisch lagen auch im August deutlich über den Vorjahreswerten. Die Landwirte als Erzeuger erhielten im Vergleich mit dem Vorjahresmonat um 13,3 Prozent gestiegene Preise. Im Juli hatte die Veränderung sogar 21,2 Prozent betragen. In der Regel gibt der Handel derartige Preissteigerungen im Einkauf an die Verbraucher weiter.
  • Vor allem pflanzliche Produkte waren mit einem Plus von 23,4 Prozent deutlich teurer als ein Jahr zuvor. Grund seien die zum Teil geringen Ernteergebnisse in Deutschland sowie die weltweit reduzierten Ernteprognosen, erläuterte das Statistikamt.
  • Tierische Erzeugnisse wie Milch oder Fleisch waren 6,9 Prozent teurer als im August 2020.

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Verdi fordert "spürbare Reallohnsteigerungen"

Auch deswegen fordert die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in den kommenden Tarifverhandlungen "deutlich spürbare Reallohnsteigerungen". Diese seien notwendig, damit die Beschäftigten und ihre Familien den Preisanstieg auffangen könnten, sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Da die Preissprünge – etwa für Lebensmittel, Energie und Benzin – insbesondere Menschen mit geringeren und mittleren Einkommen betreffen, beinhalten unsere Tarifforderungen Mindestbeträge, die die Lohnsteigerungen für diese Beschäftigten überdurchschnittlich wirken lassen", stellte Werneke heraus.

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans warnte vor Panikmache. Vor einem Jahr seien die Energiepreise durch Corona sehr stark gesunken, jetzt wirke der Anstieg umso stärker - das löse "zusammen mit der ausgelaufenen Mehrwertsteuersenkung verständlicherweise eine große Verunsicherung aus, auch wenn die durchschnittliche Preissteigerung wesentlich geringer ist", sagte Walter-Borjans dem RND. Dennoch nehme er die Sorgen, vor allem über steigende Gaspreise, sehr ernst. (dpa/eku)

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