Preis-Schock im Supermarkt

Bei diesen Produkten lohnt sich jetzt ein Vorratskauf

Viele Markenhersteller müssen wegen steigender Kosten die Preise anheben.
Viele Markenhersteller müssen wegen steigender Kosten die Preise anheben.
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13. Oktober 2021 - 9:16 Uhr

Markenhersteller ziehen Preise an

Machte sich die Inflation bislang eher in den stark steigenden Energiepreisen bemerkbar, droht jetzt für alle der Preis-Schock an der Supermarktkasse: Viele beliebte Lebensmittel und Getränke werden deutlich teurer. Allein der Preis für Nudeln soll um bis zu 25 Prozent steigen.

Noch stehen viele Unternehmen in Verhandlungen mit den Supermarktriesen Rewe, Edeka, Lidl oder Aldi. Die geplanten Preiserhöhungen bekommen die Kunden noch nicht zu spüren. Höchste Zeit also, clever einzukaufen. Bei diesen Produkten lohnt es sich, auf Vorrat zu kaufen.

Nudelpreise steigen um bis zu 25 Prozent

Besonders hart getroffen hat es in diesem Jahr die Nudelproduzenten. Und es sind nicht nur die Energiepreise und Transportkosten, die in die Höhe gehen. "Die Weizenproduktion in diesem Jahr ist ungenügend, das kann eine sehr harte Zeit sein", erklärte Pasta-König Paolo Barilla der Nachrichtenagentur Reuters. Was er damit konkret meint: Hitzewellen ließen die Weizenernten in den wichtigsten Exportregionen der Welt zuletzt verdorren, sogar in Kanada und Russland. Wie die "Lebensmittel" Zeitung berichtet, verlangt zum Beispiel Nudelhersteller satte 25,1 Prozent mehr von Marktführer Edeka. Birkel fordert Preisaufschläge von bis zu 19,3 Prozent.

17.03.2020, Baden-Württemberg, Offenburg: Eine Mitarbeiterin von Edeka füllt ein Regal mit Nudeln auf. Laut Edeka ist während der Coronavirus-Lage eine ausreichende Warenversorgung der Märkte aktuell auch weiterhin sichergestellt. Foto: Patrick Seege
Viele Nudelhersteller müssen die Preise anheben.
© dpa, Patrick Seeger, pse axs

Für Verbraucher gilt: Da Nudeln so trocken sind, dass Bakterien und Pilze keine Chance haben, verderben sie auch nicht so schnell. Wer jetzt Nudeln kauft, hat ein Mindesthaltbarkeitsdatum bis 2024 auf der Verpackung stehen. Bei Angeboten im Supermarkt kann es sich durchaus lohnen, auch mal mehr als ein oder zwei Packungen zu kaufen.

Lese-Tipp: Endlos haltbar – Diese Lebensmittel verderben nicht.

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Toilettenpapier wird wieder teurer

Auch die Toilettenpapierproduzenten müssen demnächst wieder an der Preisschraube drehen. Dabei haben sie erst im April die Klopapierpreise angehoben, damals noch um moderate 5 Prozent. Doch die Zellstoffpreise sind seitdem weiter gestiegen, hinzu kommen Energiepreise und Logistikkosten. Toilettenpapier-Riese Essity, der unter anderem auch die Markenprodukte Zewa und Tempo herstellt, verhandelt derzeit mit den Supermärkten über höhere Preise. Die sollen dann auch um 10 Prozent angehoben werden.

Für Toilettenpapier wird es aber keine leere Regale geben, wie es beim ersten Lockdown der Fall war und was zu Hamsterkäufen geführt hat. Wer sich aus Kostengründen trotzdem einen kleinen Vorrat zulegen möchte, sollte bedenken: Die Lagerung muss in einem trockenen Raum erfolgen, außerdem benötigt ein Packung mit acht Klopapier-Rollen ordentlich Platz.

Preiserhöhung für Softdrinks und Säfte

Ausgerechnet bei Orangensaft & Co. wird mit harten Bandagen um den Preis gekämpft. Das haben vor allem Edeka-Kunden bemerkt, die in den Filialen vor leeren Granini-Regalen gestanden haben. Denn der Safthersteller Eckes-Granini hat bereits zum Jahresanfang die Preise erhöht, doch Edeka wollte sich darauf nicht einlassen. Rewe hat bereits früh mit Eckes-Granini eine Einigung erzielt.

Und auch Coca-Cola hat neue Preislisten an den Handel geschickt: Die Preise werden um bis zu sieben Prozent steigen, Softdrinks in Glas- und PET-Flaschen sollen zwischen drei und vier Prozent teurer werden. Allerdings ist die Frage, in welchem Umfang die Preise an die Kunden weitergegeben werden. Es könnte sehr gut sein, dass man zumindest beim Einkauf im Supermarkt kaum was bemerkt.

Bottles of Coca-Cola in a grocery store in New York on Monday, February 8, 2016.   Coca-Cola reported a disappointing second-quarter as revenue fell globally and was only offset by a modest gain domestically. (© Richard B. Levine)
In den Supermarktregalen steht Coca-Cola noch zum alten Preis.
© picture alliance, Richard B. Levine

Persil, Pril, Bref, Somat werden teurer

Bereits im Sommer hat Waschmittel-Riese Henkel angekündigt, die Preise für Persil, Pril, Bref, Somat & Co. anzuheben. "Bei Waschmitteln und Beauty-Produkten müssen wir versuchen, die gestiegenen Kosten für die Rohstoffe weiterzugeben", erklärt Henkel-Chef Carsten Knobel. Edeka hat auch in diesem Fall veröffentlicht, was das konkret für den Handel heißt: Wie die Lebensmittel Zeitung berichtet, verlangt Henkel 12,5 Prozent mehr Geld.

Verbraucher sollten bei Henkel-Angeboten jetzt zuschlagen. Denn der Waschmittelhersteller schreibt selbst auf seiner Homepage: "Wasch- und Reinigungsmittel haben kein Mindesthaltbarkeitsdatum, im Gegensatz zu Produkten wie Lebensmittel, bei denen es gesetzlich vorgeschrieben ist." Die Wasch- und Reinigungsmittel seien bei kühler und trockener Aufbewahrung über viele Jahre haltbar.

Preiserhöhungen auch bei Wagner Pizza, Langnese Honig und Maggi

Die "Lebensmittel Zeitung" hat auch weitere konkrete Zahlen veröffentlicht, die Markenhersteller von Marktführer Edeka fordern: So soll Wagner 13 Prozent mehr für seine Tiefkühlprodukte verlangen, Maggi 15,7 Prozent und Langnese will offenbar Preisaufschläge von 8,2 Prozent durchsetzen. Ähnlich Preislisten werden auch an die Supermarktkonkurrenz gegangen sein.

Alle Preiserhöhungen beziehen sich auf die Forderungen der Hersteller an den Handel. In welcher Höhe sie tatsächlich an die Kunden weitergereicht werden, ist noch völlig offen. Da aber auch die Supermärkte und Discounter mit steigenden Energie- und Transportkosten zu kämpfen haben, wird es aller Voraussicht nach zu Preisanpassungen kommen.

Bei Heizöl kommt es übrigens inzwischen sogar zu Panikkäufen. Wer seinen Tank noch nicht voll hat, muss eh mit hohen Preisen rechnen. Denn die haben sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt.

Für Schnäppchenjäger gilt aber weiterhin: Wer auch in Zukunft günstig einkaufen möchte, sollte die Wochenangebote studieren. Die Prospekte liegen meist direkt am Eingang aus, außerdem kann man sich die auch online anschauen und dann gezielt einkaufen gehen. Dann können auch Preiserhöhungen kein großes Loch in die Haushaltskasse reißen. (aze)

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