Ein Ende des Trends ist nicht abzusehen

Warm anziehen: Die Preise für Sprit, Gas und Strom steigen immer weiter!

Für Strom und Gas müssen Verbraucher so viel ausgeben, wie seit langem nicht mehr.
Für Strom und Gas müssen Verbraucher so viel ausgeben, wie seit langem nicht mehr.
© deutsche presse agentur

15. Oktober 2021 - 9:12 Uhr

Energiepreise verhageln gute Stimmung

von Ulrich Reitz, ntv-Wirtschaftschef

Nach dem Corona-Tief geht's wieder schnell raus aus dem Tal der Tränen? Von wegen! Kaum haben Wirtschaft und Verbraucher wieder Mut gefasst, verhageln Probleme, die lange vergessen schienen, die Stimmung. Die Spritpreise sind so hoch wie seit neun Jahren nicht mehr. Und auch für Strom und Gas müssen Verbraucher so viel ausgeben, wie seit langem nicht mehr.
Auch, wenn die Preise schwanken und irgendwann wieder sinken: Der Trend wird erst einmal bleiben.

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ntv-Wirtschaftschef Ulrich Reitz
ntv-Wirtschaftschef Ulrich Reitz
© TVNOW, Babak Asgari

Konsum springt an - und die Unternehmen produzieren, was das Zeug hält

Das verteuert nicht nur Heizen und Fahren. Weil Industriebetriebe steigende Energiepreise auf ihre Produkte umlegen, treibt das auch die Preise im Handel. Da überrascht es nicht, dass des selbst der Internationale Währungsfonds vor einer Inflationsspirale warnt.

Die Gründe für den Preisanstieg? Durch den zurückliegenden langen Winter sind die Gasspeicher weniger üppig gefüllt als gewöhnlich. Außerdem: Weil der Konsum nach der Corona-Krise wieder anspringt, produzieren Unternehmen, nicht nur in Deutschland, was das Zeug hält – und verbrauchen Energie.

Wenn Firmen Treibhausgase in die Luft feuern, müssen sie dafür Verschmutzungsrechte kaufen. Weil die Europäische Union im Zuge ihrer Klimapolitik diese Rechte in nächster Zeit verknappt, kaufen viele Unternehmen die Zertifikate auf Vorrat – was den Preis zusätzlich anheizt.

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Grüner Strom verspricht auch keine große Entspannung

Und grüner Strom verspricht auch keine Entspannung der Lage. Durch den durchwachsenen Sommer wurde in Deutschland weniger an regenerativen Energiequellen produziert. Ohnehin kann Deutschland seinen Energiebedarf nicht aus heimischen Wind- und Solarkraftwerken decken. Ende des kommenden Jahres droht weiteres Ungemach: Dann gehen die letzten deutschen Atomkraftwerke vom Netz. Dann klafft eine weitere Lücke.

In Saudi-Arabien reibt man sich die Hände. Dort entstehen gerade riesige Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Der grüne Strom soll in Wasserstoff und Ammoniak verwandelt – und dann exportiert werden, auch nach Deutschland. Das Ölzeitalter geht dann zu Ende. Es entsteht eine neue Abhängigkeit - von grüner Energie.