Er protestierte gegen gegen eine Erhöhung des Renteneintrittsalters

Polizist verprügelt Mann mit Knüppel - Demonstrant (26) verliert Hoden!

In der vergangenen Wochen streikten viele Franzosen gegen eine Erhöhung des Renteneintrittsalters.
In der vergangenen Woche streikten viele Franzosen gegen eine Erhöhung des Renteneintrittsalters. (Symbolbild)
dpa

Frankreichs Regierung möchte das Renteneintrittsalter auf 64 Jahre erhöhen. Dagegen streikten in der vergangenen Woche Millionen Menschen. Und noch immer beschäftigen das Land die Demonstrationen, besonders ein Zwischenfall: Ein 26-jähriger Demonstrant verlor durch Knüppelschläge der Polizei einen Hoden, er musste amputiert werden. Warum es zu der Gewalt kam, ist unklar.

Vorsätzliche Gewalt?

In Deutschland sorgten vor Kurzem noch die Proteste gegen den Energiekonzern RWE in Lützerath für ein lautes Medienecho. Klimaschützer hatten mit einer Blockade verhindern wollen, dass der Konzern die unter dem Ort liegende Kohle fördern kann. In Frankreich trieb es die Menschen in der vergangenen Woche in einem deutlich größeren Ausmaß auf die Straßen. Doch hier lag der Grund in der Erhöhung des Renteneintrittsalters von 62 auf 64. Ein Schritt, über den wir Deutsche nur müde lächeln. Denn hierzulande liegt das Eintrittsalter für den Ruhestand für Menschen ab dem Jahrgang 1964 in der Regel bei 67 Jahren.

Der Ärger über die Anhebung in Frankreich dürfte inzwischen etwas verflogen sein, nicht aber über diesen Vorfall: Ein Polizist knüppelte am Donnerstag einen 26-jährigen Mann am Rande einer Demonstration in Paris zusammen. Zu sehen ist das auf Videosequenzen des Senders BFMTV. Jetzt leitete die Pariser Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Polizisten ein, denn sein Opfer soll in Folge der Attacke einen Hoden verloren haben! Das berichteten mehrere französische Medien. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft gegenüber dem Polizisten: schwere vorsätzliche Gewalt durch eine Amtsperson.

Anwältin: "Ein Schlag, der an Sadismus grenzt"

Bei dem 26-jährigen Opfer soll es sich um einen französisch-spanischen Ingenieur handeln, der auf der Karibikinsel Gouadeloupe wohnt. Er soll während der Proteste Fotos mit einer Kamera gemacht haben. Der Grund für die Schläge des Polizisten ist nicht bekannt. „Das ist ein so heftiger Schlag, dass wir ihm die Hoden amputieren mussten. Eine extrem brutale und grundlose Geste, die an Sadismus grenzt“, sagte die Anwältin des Opfers, das sich noch immer im Krankenhaus befinden soll.

Regierungssprecher Olivier Véran drückte dem Opfer bei BFMTV seine „Empathie“ aus, sprach allerdings auch von Verständnis, das man der Polizei in der Situation entgegenbringen müsse. „Es war eine ziemlich schwere Lage für die Polizei“, so Véran. Der Demonstrant muss nun irreversible Schäden befürchten. Laut seiner Anwältin stehe er noch immer unter Schock, empfinde Wut und Unverständnis. „Er stellte keine Gefahr dar“, betonte seine Anwältin. (jak)