Dramatische Szenen vor der Küste Miamis

Polizist rettet Delfin aus Fischernetz: "Ich hab dich, Kumpel"

14. Januar 2022 - 22:25 Uhr

"Komm schon Kumpel, komm her", hört man Marine-Polizist Nelson Silva rufen. Seine Bodycam hat vor der Küste Miamis dramatische Szenen festgehalten. Vor seinem Boot sieht er einen Delfin im Meer, hoffnungslos verheddert in einem Fischernetz. Was folgt ist der Versuch, das Tier irgendwie zu befreien.

Hilfloser Delfin in Fischernetz gefangen

Der Vorfall ereignete sich schon Anfang Dezember. Die Behörden in Florida haben das Videomaterial aber erst jetzt veröffentlicht. Darauf ist zu sehen, wie Silva den Delfin näher zu sich heranzog, in der Hoffnung, das Netz schließlich greifen zu können. Dabei redete er immer wieder beruhigend auf ihn ein.

Mit einem Taschenmesser versuchte der Beamte mehrfach, das Netz durchzuschneiden. Auf einem schaukelnden Boot mit einem Tier, das sich vor Angst windet und flüchten will, kein einfaches Unterfangen.

Ein Delfin im Fischernetz und ein Polizist, der nicht aufgibt

Mit einem Taschenmesser durchtrennte der Polizist das Fischernetz.
Mit einem Taschenmesser durchtrennte der Polizist das Fischernetz.
© reuters

Bei der Rettungsaktion schnitt sich der Polizist auch selbst in die Hand, wie der "Miami Herald" berichtete. Das hielt ihn aber nicht davon ab, weiter alles zu geben. "Ich hab dich, Kumpel", sagte Silva mehrmals, während er den Delfin festhielt. Nach einigen Versuchen, dann endlich das erlösende "platsch" und das Tier paddelte davon.

Im Netz wird der Mann für seine "Heldentat" gefeiert, nachdem die Polizei Miami-Dade das Video auf ihrem Twitter-Kanal veröffentlicht hatte.

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Die Ozeane dieser Welt seien "ein Minenfeld" für die Tiere geworden, die darin leben. Das haben verschiedene Tierschutzorganisationen in der Vergangenheit mit Blick auf die (oft illegal gespannten) Fangnetze kritisiert. Als Beifang werden jene Tiere bezeichnet, auf die es die Fischer ursprünglich gar nicht abgesehen hatten, die sich aber dennoch darin verheddert haben und oft jämmerlich zugrunde gehen.

Laut Greenpeace sterben jedes Jahr rund 300.000 Wale und Delfine qualvoll durch Fischernetze und Angelausrüstung. Jährlich landen bis zu 25.000 Fischernetze in europäischen Meeren. Diese sogenannten Geisternetze können zur Todesfalle werden.

Delfinmama "bedankt" sich - weil Fischer ihr Kalb aus einem Netz befreiten

Dass sich auch Delfine in Fischernetzen verfangen, passiert leider recht häufig. Oft sind sie dem Tod geweiht, weil sie sich aus eigenen Kräften nicht befreien können. Deshalb griff eine Gruppe von Fischern vor der italienischen Stadt Neapel ein und befreite ein Delfinkalb mit vereinten Kräften aus einem Netz. Wie rührend sich die Delfinmama bei den Männern bedankte, zeigen wir im Video. (reuters /sbl)