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Letztes TV-Triell in der Analyse: „Die Grünen werden keine Chance aufs Kanzleramt haben“

Bundestagswahlkampf - Drittes TV-Triell
Bundestagswahlkampf - Drittes TV-Triell
© dpa, Kay Nietfeld, tba

21. September 2021 - 6:09 Uhr

Umfrage: Scholz konnte auch das dritte Triell für sich entscheiden

"Ich frage mich, was mit Ihnen los ist, Herr Laschet?" - so angriffslustig zeigte sich gestern die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock im TV-Triell bei ProSieben/ Sat1. Ob sich das auch ausgezahlt hat, analysiert Prof. Ursula Münch, Politikwissenschaftlerin und Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing bei "heute wichtig".

Versprechen von Scholz und Baerbock "nie einzuhalten"

Ursula Münch
Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch. Foto: Frank Leonhardt/Archiv
© deutsche presse agentur

"Es war eins der besseren Trielle, wenn nicht gar das Beste", meint Münch. Und dennoch fand sie die Versprechen und Ankündigungen von SPD-Kandidat Olaf Scholz zum Mindestlohn von 12 Euro oder von Annalena Baerbock zur 35 Arbeitsstunden pro Woche in der Pflege unglücklich: "Wir wissen aus Erfahrung, dass diese Versprechen nie einzuhalten sind, weil es immer Maximalforderungen sind. Warum sind sie nicht einzuhalten? Weil man in eine Koalitionsregierung gehen muss." Außerdem wisse jeder, der in der Pflege arbeitet, dass das (die Wochenarbeitsstunden) kein Wunschkonzert ist und nicht von der Politik festgelegt werden kann.

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Laut Forsa: Olaf Scholz deutlicher Sieger des letzten TV-Triells 

Am Abend ist die Stimmung nach einer Blitz-Forsa klar: 42 Prozent der Befragten finden, dass sich SPD-Kandidat Olaf Scholz am besten geschlagen hat. 27 Prozent halten den Kanzlerkandidaten der Union, Armin Laschet, für den Gewinner und nur 25 Prozent der Teilnehmenden finden, dass die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, als Siegerin aus dem Studio geht. 6 Prozent gaben an, sie wissen es nicht.

Die FDP ist die sogenannte “Funktions-Partei” 

Freuen könnte sich wohl eher die FDP. Laut Münch, ist sie die sogenannte Funktions-Partei. Sie bestimme von wem die Koalition geführt wird, so Münch im "heute wichtig"-Gespräch mit Host Michel Abdollahi. Für die Grünen jedenfalls sehe sie, keine Option, dass die Partei den Kanzler oder die Kanzlerin stellt. Wohl aber rechnet Münch damit, dass die Grünen mit anderen Parteien eine Regierung bilden werden. "Vermutlich brauchen wir ab dieser Wahl eine Dreierkoalition." Scholz jedenfalls sprach sich beim Triell klar für eine mögliche Koalition mit den Grünen aus.

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