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Pfleger schreibt Gedicht für Schwangere im Corona-Koma: „Du wirst deinem Kind zu den Sternen folgen“

„COVID19 ist ein Arschloch“

„Du wirst deinem Kind zu den Sternen folgen“ - Krankenpfleger schreibt Gedicht für Schwangere im Corona-Koma

Frau liegt im Krankenbett
In einem Gedicht verarbeitet Twitter-User @hospital_porter eine schlimme Erfahrung.
iStockphoto

Das Coronavirus ist in unserem Alltag zu einem ständigen Begleiter geworden, der seinen Schrecken über die Jahre ein wenig verloren hat – auch dank Impfungen und milderer Verläufe. Doch noch immer verläuft nicht jede Erkrankung mild. Noch immer gibt es schwere Verläufe, die Opfer fordern. Diese Erfahrung machen vor allem Krankenpfleger an vorderster Front. Einer von ihnen ist der Twitter-Nutzer @hospital_porter. Der Krankenhauspfleger hat auf dem sozialen Netzwerk nun ein emotionales Gedicht geteilt, in dem es um eine Schwangere im Koma geht, für die die Pflegerinnen und Pfleger alles geben – und am Ende doch nicht gegen die Folgen der Viruserkrankung ankommen.

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Pfleger richtet seine Worte an eine Schwangere im Koma

„Du bist noch jung und freust dich auf dein Kind. Nicht mehr lang, dann darfst du es in den Armen halten“, mit diesen hoffnungsvollen Worten beginnt der Twitter-Thread, der inzwischen schon über 2.800 Mal geteilt wurde – Tendenz steigend. Doch dann nehmen die Worte des Krankenpflegers eine tragische Wende: „Du bekommst #COVID19. Dir geht es immer schlechter. Du bekommst keine Luft mehr. Du hast Angst. Um dein Kind. Um dich.“

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Lesen Sie im Thread das Gedicht im gesamten Wortlaut:

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„Du wirst die Nacht nicht überleben“

Die Situation der schwangeren Corona-Patientin wird schlimmer. Das Kind bewegt sich nicht mehr, es folgt ein Notkaiserschnitt, das Baby stirbt. „Du bekommst von all dem nichts mehr mit. Schon längst schläfst du tief und in Narkose. Du musst wiederbelebt, reanimiert werden. Mehrmals.“

Nutzer @hospital_porter beschreibt den Kampf der Pflegekräfte und Ärzte: „Wir kämpfen um dich. Mit all unserem Wissen und Equipment. Wir wollen dich nicht verlieren.“ Und das, obwohl sie sich gar nicht kennen würden, sich vorher nie gesehen hätten. Doch so sehr die Pflegenden den Ausführungen im Gedicht nach kämpfen, die Bemühungen sind aussichtslos. „Du wirst die Nacht nicht überleben. Du wirst deinem Kind zu den Sternen folgen. Wir haben alles getan. Es gibt nichts mehr, was dich noch retten kann. Wir sind am Ende“, schreibt der Krankenpfleger. Und fügt hinzu: „COVID19 ist ein Arschloch.“

Pfleger verarbeitet schlimme Erfahrungen

„Ich kann noch nicht nach Hause fahren. Ich muss durchatmen. Das war alles zu viel. Zu viel für einen Tag. Zu viel für einen Menschen“, geht das Gedicht weiter. An dem Pfleger nagen Gewissensbisse. „Ich habe heute alles getan. Ich konnte dir nicht helfen. [...] Ich fühle mich schuldig. [...] Ich werde dich niemals vergessen.“

Um Trost zu finden, malt der Pfleger sich aus, dass die Schwangere im Himmel mit ihrem Baby vereint wird. „Bald siehst du dein Kind und kannst es halten. Das erste Mal. Für ewig.“ Er schließt das Gedicht mit den Worten, die Verstorbene solle bitte seine Uroma grüßen, wenn sie sie sehe.

Gedicht berührt tausende Twitter-Nutzer

Der Thread mit dem emotionalen Gedicht wird tausendfach gelikt, kommentiert und geteilt. Die Nutzer auf Twitter sind berührt von der herzergreifenden Erzählung. „Ich muss so heulen, wenn ich das lese. Was für ein Sch...Virus“, schreibt eine Leserin des Threads, „Es sind sehr berührende Worte, die mich sehr traurig, fassungslos und in Demut zurücklassen“, kommentiert eine andere.

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Beruht das Gedicht auf einem realen Fall?

Ob sich der Fall, der im Gedicht beschrieben wird, tatsächlich so ereignet hat, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. Wir haben den Twitter-Nutzer kontaktiert. (kme)

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