Nach Aufenthalt in Südafrika

Omikron: Erster Verdachtsfall der Variante in Niedersachsen

Die Omikron-Variante (B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Foto: Pavlo Gonchar/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa
Die Omikron-Variante (B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Foto: Pavlo Gonchar/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa
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30. November 2021 - 6:46 Uhr

Ist die Virus-Variante im Norden angekommen?

Auch in Niedersachsen gibt es einen ersten Verdachtsfall der Omikron-Variante des Coronavirus. Betroffen ist offenbar ein Mann aus dem Landkreis Wolfenbüttel. Es bestehe der begründete Verdacht, dass er nach einem Aufenthalt in Südafrika mit dieser Variante infiziert sein könnte, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Hannover mit. Damit sind bereits in 5 deutschen Bundesländern entweder Fälle bestätigt - oder es besteht Verdacht.

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Betroffener war in Südafrika

Derzeit befindet sich der Mann laut Gesundheitsministerium in Isolation. Laboruntersuchungen beim Landesgesundheitsamt sollen im Laufe der Woche Klarheit bringen, ob sich der Verdacht bestätigt. Nach dem Aufenthalt in Südafrika in der vergangenen Woche traten demnach bei dem Mann Erkältungssymptome auf. Sowohl ein Schnelltest als auch ein PCR-Test haben den Angaben zufolge eine Infektion mit SarsCov 2 bestätigt. Ob es sich dabei um die Omikron-Variante handelt, ermittelt das Landesgesundheitsamt nun mithilfe eines Sequenzierverfahrens, das eine genaue Bestimmung der Virus-DNA ermöglichen soll.

WHO stuft Variante als "besorgniserregend" ein

28.11.2021, Paraguay, Asunción: ILLUSTRATION - Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf einem Smartphone vor einer visuellen Darstellung der neu entdeckten Virusvariante Omikron. Am 26. November 2021 hat die WHO die SARS-CoV-2-Variante B.1.1.52
Die WHO stuft die Variante als "besorgniserregend" ein.
© dpa, Andre M. Chang, zeus bsc

Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Variante B.1.1.529 wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "besorgniserregend" eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Variante hat, steht aber noch nicht fest.

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Gesundheitsministerin fordert zum Impfen auf

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"Das Auftreten dieser neuen Variante beunruhigt uns, gerade weil wir aus heutiger Sicht noch nicht genug über sie wissen. Es ist deshalb wichtig, dass wir mit auftretenden Verdachtsfällen sehr umsichtig und gewissenhaft umgehen", sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD). "Angesichts der Tatsache, dass Omikron noch ansteckender sein könnte als die Delta-Variante, ist von entscheidender Bedeutung, dass wir die Impflücke so schnell wie möglich schließen und die Auffrischungsimpfungen weiter vorantreiben."

Gesamter Haushalt in Isolation

Laut Landesgesundheitsamt-Präsident Fabian Feil hatte der Mann nach seiner Rückkehr aus Südafrika nur Kontakt im häuslichen Umfeld. Alle im Haushalt wohnenden Menschen seien ebenfalls in Isolation. Weitere Infektionen durch Kontakt mit dem Verdachtsfall seien daher extrem unwahrscheinlich. Auf lange Sicht werde es allerdings praktisch unmöglich sein, den Eintrag einer ansteckenderen Virusvariante zu verhindern: "Es gilt daher umso mehr: Es kommt auf jede und jeden an, sich impfen zu lassen, die AHA+L-Regeln zu beachten und die Kontakte zu reduzieren, um die Pandemie zu bewältigen." Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil fordert angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante eine allgemeine Impfpflicht. (dpa/lzi)