Gesundheitsminister bei Instagram

Ohne Brille und per du: So locker talkt Jens Spahn mit Influencerin Louisa Dellert

04. Dezember 2020 - 17:32 Uhr

von Simon Steioff

So locker haben wir Bundesgesundheitsminister Spahn selten erlebt. Bei Instagram live sprach der CDU-Politiker mit Influencerin Louisa Dellert (429.000 Abonnenten) über aktuelle Gesundheitsthemen, wie Pflege, die Corona-Maßnahmen oder eine mögliche Impfpflicht. Besonders bemerkenswert: Jens Spahns Auftreten. Locker ohne Brille und im lässigen Plauderton antwortete er auf die Fragen seiner Interviewerin und der User. Ganz Instagram-like duzten sich Influencerin "Lou" und Spitzenpolitiker "Jens" außerdem während des ganzen 30-Minuten-Videos. Trotz lockerem Umgang blieb die Message aber hart. Mehr dazu im Video.

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Spahn gibt sich volksnah

Kernthema des Videos waren – wie soll es anders sein – die Corona-Pandemie und ihre Folgen. Auch hier gab sich Spahn sehr nahbar. Angesprochen auf die Fehler, die die Politik in der aktuellen Corona-Pandemie gemacht habe, reagierte er ebenfalls sehr locker. "Natürlich haben wir Fehler gemacht und ich auch. Die Frage ist immer, wie man darüber redet." Er gab auch Einblicke in den Alltag der Mitarbeiter in seinem Ministerium und schilderte anschaulich, wie neu die aktuelle Situation eben für alle sei.

Auch beim Thema Kontaktbeschränkungen versuchte Spahn nicht alles schön zu reden, sondern erklärte geduldig, warum Gastronomie- und Hotelbetriebe trotz Hygienekonzept nicht öffnen dürfen. "Einerseits wollen wir natürlich die Wirtschaft am Laufen halten, andererseits müssen wir aber auch die Kontakte beschränken. Da mussten wir ganz klare Prioritäten setzen", so der Gesundheitsminister.

Spahn: Ich lasse mich sofort impfen, wenn ich dran bin

Gesundheitsminister Jens Spahn im legeren Lock bei Instagram
Gesundheitsminister Jens Spahn im legeren Lock bei Instagram
© Instagram

Auch beim Thema Corona-Impfstoff wich Spahn keiner Frage aus und zeigt sogar Verständnis für alle, die sich nicht impfen lassen wollen. "Es wird keine Impfpflicht geben, auch nicht durch die Hintertür", bekräftigte er noch einmal. Gleichzeitig warb er dafür, dass sich möglichst viele Deutsche gegen Covid-19 impfen lassen. "Ich werde mich sofort impfen lassen, wenn ich dran bin. Ich bin so gegen ziemlich alles geimpft, was es gibt. Ich bin der Meinung impfen ist immer ein Fortschritt." Damit reagierte er auch auf die Forderung vieler Impfgegner und Verschwörungstheoretiker, dass sich die Politiker zuerst impfen lassen sollen, damit der Stoff auch wirklich wirke.

Spahn: Eine Pflegereform braucht Zeit

Ein Thema stieß auf besonders großes Interesse: die Pflege. Hier gab sich der Gesundheitsminister im Vergleich eher zurückhaltend. Die vielkritisierte schlechte Bezahlung und die schlechten Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte besonders während der Corona-Krise wollte er so nicht unterschreiben. Vielerorts würden Pflegekräfte auch überdurchschnittlich gut bezahlt, so Spahn. Auf die Frage, wieso das Gesundheitsministerium nicht mehr für Pflegekräfte tue, antwortete er mit einem Vergleich. "Wir haben das Gefühl in der Politik, im Ministerium, wir halten mit dem vollen Wasserstrahl auf das Problem. In der Pflege ist aber das Empfinden, es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein." Gesetzesänderungen bräuchten aber Zeit, so Spahn. "Wir müssen jetzt beide Erwartungshaltungen Stück für Stück zusammenbringen."

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