Trefferquote von 92 Prozent

Ob Urin, Speichel oder Schweiß: Hunde erkennen das Coronavirus zuverlässig

Der Cocker Spaniel Joe schnüffelt in der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) an einer Trainingsmaschine für Corona-Spürhunde. Foto: Ole Spata/dpa/Archivbild
Der Cocker Spaniel Joe schnüffelt in der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) an einer Trainingsmaschine für Corona-Spürhunde. Foto: Ole Spata/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

21. August 2021 - 18:49 Uhr

Schnüffel-Einsatz in der Medizin schon gang und gäbe

Der Hund besitzt mit 220 Millionen Riechzellen zehnmal mehr als der Mensch. Schon früh haben Menschen diese Eigenschaft des vierbeinigen besten Freundes erkannt – und sie wird auch in der Medizin schon seit längerem erfolgreich genutzt. In einigen Ländern kommt sie auch im Kampf gegen Corona bereits an Flughäfen und in Altenheimen zum Einsatz. In einer neuen Studie wurde jetzt erneut die Leistungsfähigkeit der Hunde dokumentiert.

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92 Prozent von über 5000 Proben wurden korrekt identifiziert

Spezielle Spürhunde können einer deutschen Untersuchung zufolge eine Corona-Infektion mit hoher Genauigkeit erschnüffeln. Der Erfolg der Hunde ist dabei unabhängig davon, ob ihnen eine Urin-, Speichel- oder Schweißprobe vorgelegt wird, wie es in einer Mitteilung der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) heißt. Die Forscher um Paula Jendrny, Friederike Twele und Sebastian Meller von der TiHo veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachblatt "BMC Infectious Diseases".

Für die Studie hatte das Forschungsteam zehn spezialisierte Spürhunde der Bundeswehr eingesetzt. Sie seien nach einem Training in der Lage gewesen, 92 Prozent der über 5000 vorgelegten Proben korrekt zu identifizieren. "Für medizinische Spürhunde scheinen alle getesteten Körperflüssigkeiten in ähnlicher Weise geeignet zu sein, um SARS-CoV-2-Infizierte zuverlässig zu erkennen", heißt es in der Mitteilung.

Auch bei anderen Krankheiten erfolgreich

Hunde werden zunehmend in mehreren Bereichen der medizinischen Forschung zur Geruchserkennung eingesetzt. Sie sind in der Lage, infektiöse und nicht-infektiöse Krankheiten wie verschiedene Krebsarten, Malaria, bakterielle und virale Infektionen zu erkennen. Die Studie ist in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf entstanden.

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Einsatz in Finnland und Frankreich

Auch in anderen Ländern werden Corona-Schnüffelhunde ausprobiert. So konnten sich beispielsweise am Flughafen der finnischen Hauptstadt Helsinki bis Ende Mai Freiwillige von acht Corona-Spürhunden auf das Coronavirus testen lassen. Die Tiere untersuchten mit ihren Nasen Tücher, die die Probanden sich zuvor über die Haut gestrichen hatten.

In Frankreich arbeitet Golden Retriever Pokaa in einem elsässischen Altenheim. Das zwei Jahre alte Tier soll dabei helfen, Infektionen in der Einrichtung schnell und sicher zu erkennen. Die zu testenden Personen drücken sich eine Zeit lang ein Baumwolltüchlein unter die Achsel. Die Tücher kommen anschließend einzeln in durchlöcherte Metallboxen, die Pokaa dann abschnüffelt. (dpa)

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