Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil im Interview

"Asyl für russische Deserteure ist selbstverständlich"

Weil: "Wir sollten russischen Deserteuren Asyl gewähren" RTL/ntv Frühstart
05:29 min
RTL/ntv Frühstart
Weil: "Wir sollten russischen Deserteuren Asyl gewähren"

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von Philipp Sandmann

Sollte Deutschland russischen Deserteuren Asyl gewähren? Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich klar dafür ausgesprochen.

„Die Menschen, die sich jetzt gegen die Einberufung wehren, die sind ungeheuer mutig und die weigern sich, sich an einem Angriffskrieg, an einem verbrecherischen Krieg zu beteiligen. Solche Menschen zu unterstützen, solchen Menschen Zuflucht zu geben, das halte ich wirklich für selbstverständlich“, sagte Weil im RTL/ntv Frühstart (im Video).

Weil kritisierte in dem Zuge den ukrainischen Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, der es als „katastrophale Entscheidung“ bezeichnet hatte, sollte Deutschland diese Entscheidung treffen.

Dazu sagte Weil: „Ich verstehe Herrn Melnyk nicht nur in dieser Frage nicht ehrlichgesagt.“ Weil betonte, dass es „ein Akt von Auflehnung“ sei, sich gegen die Einberufung zu wehren: „Das ist für mich geradezu der klassische Fall, wo wir auch Asyl gewähren müssen.“

"Ich bin strikt gegen einen deutschen Sonderweg"

Weil verteidigte zudem die Haltung der Ampelregierung, keine Kampfpanzer direkt an die Ukraine zu liefern: „Deutschland hat von Anfang an immer wieder betont: Wir handeln in enger Abstimmung mit den anderen westlichen Verbündeten.“

Der Ministerpräsident erklärte, dass „kein einziger Panzer aus westlicher Produktion derzeit in der Ukraine“ sei: „Was man auch immer macht, ich bin strikt gegen einen deutschen Sonderweg.“

Zu einer anderen Einschätzung kommt Christoph Heusgen, der ehemalige Sicherheitsberater von Angela Merkel und jetzige Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz. Im Gespräch mit RTL/ntv sagte Heusgen: „Die Ukrainer sagen, sie brauchen dafür auch schwere Waffen, sie brauchen Panzer, sie brauchen Marder und sie brauchen den Leopard und ich finde, wir sollten das den Ukrainern auch zur Verfügung stellen.“

Heusgen erklärte, dass Deutschland dies nicht „alleine“ machen müsse, sondern im Verbund mit anderen Nationen: „Alle Nationen, die den Leopard haben, stellen sich zusammen, machen eine Koalition und bilden gemeinsam aus, liefern zusammen und halten das auch alles in Stand. Das könnte man machen und da könnte Deutschland auch die Initiative ergreifen.“

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