Studie aus Israel liefert neue Erkenntnisse

Nach Corona-Impfung: Stillende Mütter geben Schutz an Babys weiter

Israelische Forscher vermuten: Die Muttermilch geimpfter Mütter kann Corona-Antikörper an Babys weitergeben.
Israelische Forscher vermuten: Die Muttermilch geimpfter Mütter kann Corona-Antikörper an Babys weitergeben.
© iStockphoto, Nastasic

19. April 2021 - 14:47 Uhr

Können geimpfte Mütter Babys durch Stillen vor Corona schützen?

Verschiedene Studien belegen bereits: Antikörper, die durch die Corona-Impfung gebildet werden, gelangen auch in die Muttermilch stillender Mütter. Ob diese Antikörper jedoch auch das Baby schützen, wenn es sie durch die Muttermilch aufnimmt, das war bisher noch nicht durch Studien gesichert. Wissenschaftler aus Israel liefern dazu jetzt neue Erkenntnisse.

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Israelische Forscher finden Corona-Antikörper in Muttermilch

An der Studie des Pneumologie-Instituts des Shamir Medical Center in Zerifin, die vor Kurzem im "Journal der American Medical Association" (JAMA) erschienen ist, nahmen 84 stillende Mütter teil. Ihre Babys waren im Durchschnitt 10 Monate alt. Alle teilnehmenden Frauen erhielten bei ihrer Corona-Impfung das Vakzin von Biontech/Pfizer. Die Wissenschaftler untersuchten die Muttermilch vor der Impfung sowie sechs Wochen lang, nachdem die Mütter die erste Impfdosis erhalten hatten, auf Antikörper. Zudem füllten alle Mütter wöchentlich einen Fragenbogen aus, in dem sie ihren eigenen Gesundheitszustand sowie den ihrer Babys beschrieben.

In der Muttermilch der Frauen fanden die Wissenschaftler sowohl IgA- als auch IgG-Antikörper gegen das Coronavirus. "Die Antikörper, die man in der Muttermilch dieser Frauen fand, zeigten starke Virus-neutralisierende Wirkung. Das deutet auf einen möglichen schützenden Effekt gegen eine Infektion von gestillten Babys hin", lautet die Vermutung der israelischen Forscher.

Lese-Tipp: Neue Corona-Studie zeigt: Impfungen & Antikörper bieten Schutz vor Mutationen

Corona-Impfung in der Stillzeit? Das raten Experten

Auch in einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM), der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und der Nationalen Stillkommission (NSK) aus dem Januar 2021 vermuteten Experten bereits, dass durch eine Immunisierung der Mutter auch das Risiko für eine kindliche Corona-Infektion minimiert werden könne.

In der gemeinsamen Empfehlung der DGPM, DGG und NSK heißt es: "Der potenzielle Nutzen der Impfung überwiegt bei Stillenden mit erhöhtem Covid-Risiko die theoretischen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Impfung deutlich."

Die Experten begründen ihre Empfehlung damit, dass für die sogenannten mRNA-Vakzine, "nach bisherigem Kenntnisstand kein erhöhtes Risiko für die Stillende oder den Säugling" ermittelt worden seien. Zur Anwendung von mRNA-Impfstoffen in der Stillzeit, wie beispielsweise dem Einfluss auf den gestillten Säugling oder die Muttermilchsekretion, lägen jedoch derzeit keine Daten vor. Eine grundsätzliche Routine-Impfung aller Stillenden werde derzeit "auch auf Basis der aktuell limitierten Impfstoffressourcen mehrheitlich von den Fachgesellschaften nicht empfohlen", so die Experten.

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US-Mütter spenden Muttermilch nach Corona-Impfung

Dass Muttermilch einen Schutzeffekt für Babys bietet, hoffen auch einige bereits geimpfte Mütter in den USA. Sie spenden ihre überschüssige Muttermilch sogar anderen Familien, um die Schutzwirkung an möglichst viele Babys weiterzugeben, wie die "New York Times" berichtet. Andere geimpfte Mütter, die bereits abgestillt hatten, versuchen ihren Nachwuchs durch Relaktation mit den Antikörpern aus ihrer Muttermilch zu versorgen, heißt es in dem Bericht des US-Magazins weiter.

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