Weniger Haar für mehr Schutz

FFP2-Maskenpflicht: Muss der Bart jetzt ab?

Ist der Bart des Bart-Weltmeisters Jürgen Burkhardt zu viel für die FFP2-Maske?
© dpa, Marijan Murat, tba

25. Januar 2021 - 11:16 Uhr

Bart ab, Maske auf!?

Was anfangs nur in Bayern galt, betrifft uns jetzt bundesweit. In öffentlichen Verkehrsmitteln und im Einzelhandel sind FFP2-Masken oder OP-Masken nun Pflicht. Das Problem: Die besser schützenden FFP2-Masken sind nichts für (Voll-)Bartträger. Für den Erlanger Bürgermeister Florian Janik Grund genug, um sich von seiner Gesichtsbehaarung zu trennen. Aber ist das wirklich nötig? Wie gut sind Bartträger geschützt? Und wie viel Bart ist zu viel?

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Darum schützen FFP2-Masken besser vor Corona

FFP2-Masken schützen besser vor dem Coronavirus. Der Grund: Während Stoffmasken vor allem die Menschen in unserem Umfeld schützen, dienen FFP2-Masken dank ihrer Filterfunktion auch dem Selbstschutz. Damit das auch funktioniert, ist es entscheidend, dass wir die Masken richtig tragen. Heißt konkret: Sie müssen eng am Gesicht anliegen. Sind irgendwo Lücken zwischen Maske und Gesicht, atmen wir automatisch durch diese – und die Filterfunktion ist nicht gegeben.

FFP2-Maske und Bart - das ist das Problem

"Bart und Maske gehen nicht zusammen", erklärt Medizinexperte Dr. Christoph Specht im RTL-Interview. "Sobald die FFP2-Maske nicht richtig anliegt, atmet man nicht nur ein bisschen, sondern hauptsächlich durch die Lücke. Das ist der Weg des geringsten Widerstandes."

Dicke Tropfen können zwar auch zurückgehalten werden, wenn die Maske nicht richtig sitzt. Das Problem sind aber vor allem die kleinen Tropfen, die das Virus übertragen können. Sitzt die Maske nicht eng am Gesicht, gehen diese einfach "nebelig aus Lücken" heraus, so Specht. Die Folge: Der Schutz für andere Menschen ist nicht mehr gegeben.

Schützt die FFP2-Maske bei Bartträgern gar nicht?

Doch, erklärt Specht. Aber nur etwa wie bei einer Stoffmaske. Hinzu kommt, dass durch eine nicht dicht am Gesicht anliegende FFP2-Maske deutlich mehr Luft herausströmt – und das ist wiederum schlecht für andere.

Wie viel Bart ist zu viel?

Wenn man einen Bart hat, dann ist man umso besser geschützt, je kürzer, dünner und vereinzelter dieser ist. Je mehr Haare hingegen, desto größer wird der Abstand zum Gesicht, sagt Specht. "Bei einem Vollbart kann keine Maske dicht anliegen."

Ist die OP-Maske die bessere Wahl für Bartträger?

Bei gleich schlechtem Sitz mit Bart hat die OP-Maske eine schlechtere Filtrierleistung als die FFP2-Maske. "Wenn man es komplett ernst nimmt, sollte man sich also rasieren", findet Specht.
Allerdings sei auch eine nicht komplett eng anliegende Maske besser als keine Maske.

Mit oder ohne Bart - darauf sollten wir wirklich achten!

Laut Specht ist die gesamte Diskussion über den Schutz von Masken mit oder ohne Bart rein wissenschaftlich. Viel wichtiger sei es, Abstand zu halten.

Sein Ranking der Maßnahmen:

  1. Kontakte vermeiden
  2. Abstand halten
  3. Maske tragen
  4. FFP2-Maske tragen
  5. Kein Bart, damit Maske gut sitzt

Fazit: Wenn man es richtig machen will, sollte man sich rasieren. Aber: Es muss sich jetzt auf keinen Fall jeder den Bart abrasieren!

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