Zusammenhang von Covid-19-Verlauf und Pille

Schützt die Anti-Baby-Pille vor Corona?

Viele junge Frauen nehmen noch immer die Pille zur Verhütung ein. Für den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung kann das positiv sein, aber es gibt auch Probleme.
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07. August 2020 - 11:22 Uhr

Daten-Auswertung: Was die Pille mit Corona zu tun hat

Londoner Forscher am King's College haben einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Östrogenspiegel und einem schweren Verlauf einer Coronainfektion herausgefunden. Umgekehrt bedeutet das auch, "dass die Frauen, die die Pille nehmen, eine geringere Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf von Covid-19 haben", erklärt der Medizinjournalist Dr. Christoph Specht.

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Junge Frauen zeigen schwächeren Covid-19-Verlauf

Die Erkenntnisse der Forscher lassen eine neue Vermutung zu: "Nach dieser Studie sieht es so aus, dass die Frauen, die die Pille nehmen, eine geringere Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf von Covid-19 haben", erklärt der Mediziner Dr. Christoph Specht. Das liegt an dem Zusammenhang zwischen einem hohen Östrogenwert und der Auswertung der Daten der Studien-Teilnehmerinnen.

"Östrogene stehen 'im Verdacht' gut fürs Immunsystem zu sein. Frauen haben im Allgemeinen einen günstigen Verlauf bei Infektionen", erklärt Dr. Specht. Das sei also ein weiterer Anhaltspunkt für die Forschung, sich den Zusammenhang

Für wen eine Corona-Infektion besonders gefährlich ist, können Sie hier nachlesen. 

Frauen in den Wechseljahren haben niedrigeren Östrogen-Spiegel

Die Auswertung von Daten von rund 500.000 Frauen aus Großbritannien zeigt, dass Frauen, die in der Menopause sind, zu einer höheren Wahrscheinlichkeit einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung zeigen. Sie verspürten stärkere Symptome und wurden häufiger ins Krankenhaus eingeliefert, als Frauen, die noch ihre Periode hatten.

Die Forscher stellten also die Hypothese auf, dass Östrogene gegen Corona schützen könnten. Doch das müsse erst in weiterführenden Untersuchungen und Studien geprüft werden. Die bisherigen Daten von Corona-Erkrankten zeigen allerdings, dass Frauen seltener an dem Virus erkranken als Männer. Die neu gewonnenen Erkenntnisse könnten also ein weiterer Anhaltspunkt für die Forschung sein.

Risiken der Anti-Baby-Pille

Das Einnehmen der Anti-Baby-Pille geht mit vielen gesundheitlichen Risiken einher. Sie erhöhen das Thrombose-Risiko, insbesondere im Sommer, stark. Aber auch das Risiko für Lungenembolien und Schlaganfälle steigt deutlich, warnen viele Ärzte.

Die Pille sollte also weder leichtfertig, noch als nicht-zugelassenes Corona-Medikament eingenommen werden.