Digitaler Impfpass

Genesene brauchen beim Impfnachweis noch etwas Geduld

Coronavirus - Digitaler Impfausweis in der Apotheke
Coronavirus - Digitaler Impfausweis in der Apotheke
© dpa, Oliver Dietze, odi tba

18. Juni 2021 - 11:53 Uhr

Ungleichbehandlung von Genesenen

Rein rechtlich sind Geimpfte und von Corona Genesene gleichgestellt. Aber gilt das auch wirklich in allen Bereichen? Offenbar nicht. Denn während sich Geimpfte seit Anfang dieser Woche den digitalen Impfpass holen können, müssen sich die in Deutschland rund 3,7 Mio. Genesenen noch etwas in Geduld üben.

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Digitaler Impfpass für Genesene erst Ende Juni

Es ist das beherrschende Thema dieser Tage: der digitale Impfnachweis. Den gibt es unter Vorlage des Impfpasses und des Personalausweises seit Anfang dieser Woche in der Apotheke. Wenn man aber gar keine oder nur eine Corona-Schutzimpfung bekommen hat, weil man z.B. durch eine Covid-19-Erkrankung auch ohne oder mit nur einer Impfdosis geschützt ist, sieht es aktuell noch schlecht aus.

Das musste auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn jetzt einräumen. Erst ab Ende Juni soll das Angebot auch für Genesene zur Verfügung stehen, so der Minister. Dann soll nämlich das Ausstellungssystem für die Zertifikate in Apotheken, Impfzentren und Arztpraxen das nötige Update erhalten.

Wieder Probleme mit der Technik

Es hängt also an der Technik- wieder einmal. Um genau zu sein, kann das System aktuell mit nur einer eingetragenen Impfung nicht umgehen und stellt keinen QR-Code aus, der dann wiederum in die entsprechenden Apps eingelesen werden kann. Erst zu Beginn der Woche hatten sich Apotheker darüber beklagt, wie schlecht die Einführung des digitalen Impfnachweises vom Bundesgesundheitsministerium organisiert worden sei.

Der Grund für die Panne ist nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ein europäischer: Genesene würden in den EU-Mitgliedsstaaten unterschiedlich behandelt. Während sie in Deutschland nur eine Impfung bekommen, erhielten sie in manchen anderen europäischen Ländern zwei Impfdosen.

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15 Millionen digitale Impfnachweise bereits erstellt

Insgesamt sind laut Gesundheitsminister Spahn über alle Ausgabestellen inzwischen 15 Millionen digitale Impfnachweise erstellt worden. Ausgegeben werden sollen sie direkt nach der zweiten Impfung in Impfzentren und Praxen. Nachträglich ist es seit Montag auch in vielen Apotheken möglich.

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