Schweigeminuten und Glockenläuten

Ahrweiler gedenkt der Flutopfer

29. Juli 2021 - 10:34 Uhr

Polizei, Bundeswehr und THW im Dauereinsatz

Mit zehn Minuten des Schweigens haben die Menschen an der Ahr am Mittwoch der Opfer der Flutkatastrophe gedacht. Die Gegend zählte beim Hochwasserdrama vor zwei Wochen zu den am schlimmsten betroffenen. Bei der Katastrophe starben im Westen Deutschlands insgesamt etwa 200 Menschen, viele verloren in den Fluten ihr gesamtes Hab und Gut.

Zehntausende Tonnen Müll abtransportiert

Seitdem laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Zehntausende Tonnen Müll wurden bereits abtransportiert, aber es wird noch viel Zeit vergehen, bevor der gesamte Unrat weg ist. Im Kreis Ahrweiler wurden inzwischen gut 6.500 Anträge auf Soforthilfe gestellt. Bislang seien Hilfen von mehr als 2,6 Millionen Euro ausgezahlt worden, so die Kreisverwaltung.

An fünf Standorten werden derzeit unter Federführung der Bundeswehr Ersatzbrücken gebaut. Bei der Hochwasserkatastrophe wurden an der Ahr mehr als 60 Brücken zerstört.

Eine Vielzahl von Helfern ist rund um die Uhr im Einsatz. Neben der Polizei und der Bundeswehr unterstützt insbesondere das Technische Hilfswerk die Aufräumarbeiten in den Flutgebieten.

Ärzte: Mängel in medizinischer Grundversorgung "nach wie vor erschreckend"

Ärzte prangern unterdessen erhebliche Mängel in der medizinischen Grundversorgung in den Hochwassergebieten an. Die Situation sei "nach wie vor erschreckend" und in den betroffenen Regionen herrsche Seuchengefahr, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, der Funke Mediengruppe.

Die Gesundheit der Bevölkerung in den Katastrophengebieten sei "massiv bedroht, weil die Infrastruktur nicht funktioniert". Unter anderem seien in einigen Orten Krankenhäuser und Praxen zerstört worden. Teichert erklärte, dass viele Menschen ohne dringend benötigte Medikamente auskommen müssten. (uvo)