Verbrennungen, Eiterblasen & Co.: Deshalb ist der Farbstoff so gefährlich

Nach Henna-Tattoo: Australierin verliert im Urlaub beinahe ihre Hand

12. Juli 2019 - 16:16 Uhr

So schön die Verzierungen aussehen, so gefährlich sind sie auch

Reizeffekt im Gesicht, Verbrennungen an den Händen – immer wieder beweisen Vorfälle, dass Henna-Tattoos mit Vorsicht zu genießen sind. So schön die Verzierungen auch aussehen, so gefährlich sind sie leider auch. Das hat die 26-jährige Brooke Crannaford am eigenen Leibe erfahren müssen, als sie sich im Urlaub in Ägypten ein Henna-Tattoo aufmalen ließ. Einige Stunden nach dem Auftragen wurden ihre Finger taub, ihre Hand wurde mehr und mehr von Eiterblasen übersät. Wie das aussah, sehen Sie im Video – aber Achtung, die Bilder sind nichts für schwache Nerven!

Brooke hat großes Glück gehabt

Brooke ließ sich das Tattoo während ihres Urlaubs in einem Dorf am Nil von einer Einheimischen aufmalen. Nachdem die Blasen in den ersten 24 Stunden nach dem Auftragen des Farbstoffs, der aus der Pflanze Lawsonia inermis gewonnen wird, immer schlimmer wurden, beschloss die 26-jährige Australierin einen Arzt aufzusuchen. Die Diagnose: Phlegmone (eine eitrige Infektionserkrankung) und chemische Verbrennungen zweiten oder dritten Grades. Und damit hat die Australierin noch Glück gehabt, denn nach drei Wochen musste sie keinen Verband mehr tragen und nach vier Wochen konnte sie wieder zu Arbeit gehen. Das Ganze hätte auch böse enden können - sie war kurz davor ihre Finger zu verlieren und ihre Hand nicht mehr benutzen zu können.

Darum ist Henna eine unterschätzte Gefahr

Hautärztin Dr. Yael Adler hat uns verraten, warum die Tattoos, die sich Touristen oft viel zu leichtsinnig im Urlaub aufmalen lassen, mit Vorsicht zu genießen sind:

  • Es gibt unterschiedliche Henna-Mischungen. Der Verbraucher kann oft nicht erkennen, ob es sich um reines Natur-Henna handelt oder um ein Produkt, dem Chemikalien oder manchmal sogar Schwermetalle beigemischt sind. Auf letzteres reagieren manche Menschen allergisch. Finger weg von diesen Farben, rät daher die Hautärztin.
  • Jeder, der Henna benutzt, sollte sich die Liste der Inhaltsstoffe ganz genau anschauen. Der dunkle Farbstoff Para-Phenylendiamin ist hochallergen und gilt sogar, so Adler, als genschädigend.
  • Henna-Farbe wird auf die oberste Hautschicht aufgetragen und hält so lange, wie es braucht, bis wir die oberste Hautschicht wieder verlieren. Das ist vergleichbar mit dem Effekt von Selbstbräuner. Über Tage und Wochen können immer wieder Partikel im Körper freigesetzt werden und allergische Reaktionen entstehen. Das Gefährliche: Diese Allergien können sogar ein Leben lang halten.
  • Auf keinen Fall sollten Sie sich ein Henna-Tattoo im Urlaub am Strand malen lassen. Die Farben werden im Ausland nicht ausreichend kontrolliert, warnt das "Ärzteblatt".