Nach Habecks Vorpreschen

RTL-Recherche zeigt: So einfach ist eine Rückkehr zu kostenlosen Tests wohl nicht möglich

Gibt es bald das Comeback der kostenlosen Corona-Tests?
Gibt es bald das Comeback der kostenlosen Corona-Tests?
© dpa, Christophe Gateau, cgt wst hjb ah

04. November 2021 - 20:58 Uhr

Viele Teststellen inzwischen geschlossen

von Kathrin Hetzel und Simon Steioff

Wie sollen wir die vierte Corona-Welle brechen, bevor der nächste Lockdown unausweichlich wird? Darüber streiten Politiker schon seit mehreren Tagen. Der Vorschlag von Grünen-Chef Robert Habeck stößt dabei offenbar auf große Zustimmung: Er fordert, dass die Corona-Tests sofort wieder kostenlos durchgeführt werden müssten. Aber ist das überhaupt so einfach möglich? Schließlich wurden viele Teststellen inzwischen geschlossen.

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Rückkehr zu kostenlosen Tests nicht so einfach möglich

Weil sowohl die Coronazahlen als und auch die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen stetig steigen, beraten heute die Gesundheitsminister der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. 2G, 3G, 3G Plus – das sind die neuen Vokabeln dieses Winters. Aber was ist mit den alten Vokabeln: Schnell-Test, Testnachweis und PCR-Test?

Diese will zumindest Grünen-Chef Habeck wieder auf die Agenda setzen. Jeder soll sich wieder uneingeschränkt und kostenlos überall testen lassen können. Laut einer exklusiven RTL-Recherche ist das aber gar nicht so ohne weiteres möglich. Denn ein Drittel aller Testzentren ist inzwischen geschlossen.

Teure Corona-Tests ließen Testzentren schließen

Der Grund für die Schließung: Am 11. Oktober hat die Bundesregierung verfügt, dass Schnell- und Antigentests nicht mehr vom Bund bezahlt werden, also nicht mehr kostenlos sind. Das bedeutet jeder Abstrich kostet bis zu 35 Euro. Einzige Ausnahme: Diejenigen, die sich nicht oder noch nicht impfen lassen können, bekommen den Corona-Test weiter bezahlt, also z.B. Schüler. Damit wollte die Bundesregierung mehr Menschen zu motivieren sich impfen zu lassen.

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Doch der Schuss ging nach hinten los. Denn zur so genannten Herdenimmunität fehlen noch immer mehrere Millionen Pikse. Gleichzeitig rechnete sich vor allem für private Betreiber von Testzentren das Geschäft nicht mehr, weil sich nur noch wenige Leute testen ließen. Die Folge: viele Testzentren schlossen.

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Lage in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz besonders dramatisch

Im Detail wurde jede dritte Teststelle in Deutschland geschlossen. Nach der RTL-Recherche besonders betroffen: Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Hier hat sogar mehr als die Hälfte aller Teststellen dicht gemacht.

  • Schleswig-Holstein: -69 Prozent
  • Rheinland-Pfalz: -56 Prozent

Aber auch andere Bundesländer haben ein Testproblem:

  • Niedersachsen: -42 Prozent
  • Hamburg: -41 Prozent
  • NRW: -30 Prozent

Einziger Lichtblick ist Bayern. Hier wurden nach Aussage des zuständigen Ministeriums nur 50 Testzentren geschlossen.

  • Bayern -2 Prozent

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