Auch andere Supermärkte ziehen Konsequenzen

Nach Corona-Skandal: Lidl kickt Tönnies-Produkte aus dem Sortiment

Viele Supermärkte reagieren nach dem Corona-Ausbruch im Schlachthof Tönnies und nehmen das Fleisch des Unternehmens vorerst aus dem Sortiment.
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04. Juli 2020 - 9:31 Uhr

Lidl, Aldi & Co. reagieren auf Tönnies-Skandal

Nach dem Corona-Ausbruch bei dem Fleischbetrieb Tönnies im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück ziehen nun erste Supermarkt-Ketten Konsequenzen und schränken die Zusammenarbeit mit dem Schlachthof ein. Allen voran der Discounter Lidl. Fleisch von Tönnies kann aber trotzdem weiterhin in unserem Einkaufswagen landen.

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Lidl greift auf andere Fleischlieferanten zurück

Tönnies ist der Fleischlieferant für deutsche Supermärkte. Eigenen Angaben zufolge werden dort 750 Tonnen frisches Fleisch und 100 Tonnen Tiefkühl-Convenience-Produkte pro Tag produziert und verarbeitet. Abnehmer für die Tonnen Fleisch sind unter anderem Supermärkte und Discounter wie Lidl, Aldi, Edeka und Rewe. Woran Sie erkennen, in welchen Produkten Tönnies-Fleisch enthalten ist, lesen Sie hier.

Diese ziehen jetzt erste Konsequenzen nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik. Allen voran der Discounter Lidl hat angekündigt, die Zusammenarbeit mit Tönnies einzuschränken. "Um die Warenverfügbarkeit weiterhin zu sichern, bezieht Lidl vorsorglich sein Frischfleisch seit Montag temporär ausschließlich über andere Fleischlieferanten in seinem Lieferantennetzwerk", erklärt eine Sprecherin dem Handelsblatt auf Nachfrage.

Zu Fleischknappheit kommt es bei Lidl aber bislang trotzdem nicht: "Bislang hat die Situation bei Tönnies keine Auswirkungen auf unser Fleischangebot", so der Discounter.

Weiter Tönnies-Fleisch, aber nicht mehr aus Rheda-Wiedenbrück

Auch Aldi reagiert auf den Tönnies-Skandal. Zwar bezieht der Discounter weiterhin Fleisch von Tönnies, allerdings nicht mehr aus Rheda-Wiedenbrück, sondern von einer der anderen deutschen Produktionsstätten wie etwa die Tönnies-Schlachthöfe in Weißenfels, Sögel, Kellinghusen, Badbergen, Legden und Meppen. Auch hier wird an einer Vermeidung von Lieferengpässen gearbeitet.

Auch die Supermarktketten Rewe und Edeka – und damit auch die Discounter Penny und Netto -wollen laut Chip.de aktuell kein Fleisch mehr aus dem Kreis Gütersloh beziehen, allerdings ebenfalls aus anderen Tönnies-Produktionsstätten.

Trotz Tönnies: Können wir weiter bedenkenlos rohes Fleisch essen?

Rohes Fleisch hat seine Tücken, darum sollte man beim Verzehr generell auf gute Qualität achten. Aber: Wie wirkt sich der Tönnies-Skandal auf rohes Fleisch aus? Müssen wir auf jetzt unser Mettbrötchen verzichten? Das erklären wir hier.