Aung San Suu Kyi sitzt seit Februar im Hausarrest

Myanmar-Hammer: Friedensnobelpreisträgerin zu vier Jahren Haft verurteilt

Ex-Regierungschefin Aung San Suu Kyi zu vier Jahren Haft verurteilt
Ex-Regierungschefin Aung San Suu Kyi zu vier Jahren Haft verurteilt
© dpa, Michaela Øíhová, LT

06. Dezember 2021 - 7:45 Uhr

Aung San Suu Kyi muss hinter Gitter

Aung San Suu Kyi (76) sitzt seit dem Militärputsch von Anfang Februar in Myanmar im Hausarrest. Die Junta wirft ihr zahlreiche Vergehen vor. Jetzt fielen die ersten Urteile. Ein Gericht hat die entmachtete Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin jetzt in zwei Anklagepunkten schuldig gesprochen und zu vier Jahren Haft verurteilt.

Was ihr vorgeworfen wird

Konkret gehe es dabei um die Vorwürfe der Anstiftung zum Aufruhr und der Verletzung von Corona-Maßnahmen, sagten mit dem Verfahren vertraute Personen der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Ob die Friedensnobelpreisträgerin tatsächlich ins Gefängnis muss oder im häuslichen Arrest verbleiben darf, war zunächst unklar. Die Justiz wirft Suu Kyi noch mehrere weitere Vergehen vor, darunter Verstöße gegen die Außenhandelsgesetze und Korruption.

Bis zu 100 Jahre Haft in "Schauprozessen" möglich

Insgesamt könnten ihr Prozessbeobachtern zufolge bis zu 100 Jahre Haft drohen. Beobachter und Menschenrechtsexperten sprechen von einem Schauprozess und vermuten, dass die Junta die beliebte Politikerin auf diese Weise langfristig zum Schweigen bringen will. Der Prozess hatte Mitte Juni in der Hauptstadt Naypyidaw begonnen.

Suu Kyi hatte bereits in der Vergangenheit insgesamt 15 Jahre unter Hausarrest gestanden. 2016 war sie faktische Regierungschefin geworden. 1991 war sie mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden, nachdem sie sich für die gewaltfreie Demokratisierung ihres Heimatlandes eingesetzt hatte. (dpa / cch)