Ihre Krankheit stellte sie vor die schwerste Entscheidung ihres Lebens

Mutter lässt sich ein Bein amputieren, um Tochter zu retten

Kathleen im Krankenhaus. Nach elf Jahren kam der Krebs zurück.
Kathleen im Krankenhaus. Nach elf Jahren kam der Krebs zurück.
© Actionspress/SWNS

19. September 2021 - 10:36 Uhr

Mit elf Jahren wurde bei Kathleen Osborne Knochenkrebs festgestellt

Bevor die 28-jährige Kathleen Osborne zum MRT-Scan gegangen war, wusste sie weder, dass der Krebs zurück war, noch dass sie ein Baby erwartete. Innerhalb einer Woche musste sie sich entscheiden, ob sie ihr ungeborenes Baby oder ihr Bein retten will.

Kathleen war elf Jahre lang krebsfrei, bevor die erneute Schock-Diagnose kam

Sie konnte kaum noch gehen.
Plötzlich fand Kathleen ein Geschwür in ihrem Bein.
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Als Kathleen aus Cambridgeshire in England elf Jahre alt war, wurde bei ihr Knochenkrebs diagnostiziert, nachdem sie einen schmerzhaften Knoten an ihrem rechten Bein entdeckt hatte. Sie erhielt eine Chemotherapie gegen den Krebs, musste sich dann aber auch noch den Großteil ihrer Kniescheibe entfernen lassen. Außerdem wurden zwei Metallstäbe in ihr Bein eingesetzt. Elf Jahre lang war sie krebsfrei, bekam zwei Söhne – Hayden und Leo – die heute neun und fünf Jahre alt sind. 2016 dann die Schocknachricht: Der Krebs war zurück. Diesmal in ihrer Lunge.

"Krebs im Kindesalter tritt normalerweise innerhalb von zwei oder drei Jahren wieder auf, aber bei mir war es nach elf Jahren. Es war wirklich selten, so etwas kommt nicht oft vor, also mussten sie schnell handeln", erzählt sie dem Daily Mirror.

Zum Glück konnte die Chemotherapie den Krebs in ihrer Lunge schnell schrumpfen lassen. Dank einer Operation konnte das Geschwür vollständig entfernt werden. Allerdings mussten die Ärzte auch einen kleinen Teil ihres unteren Lungenflügels entfernen.

Sie trifft die unglaubliche Entscheidung nach nur einer Nacht

Sie wurde dafür mit einer süßen Tochter belohnt.
In nur einer Nacht entschied sich Kathleen ihr Bein amputieren zu lassen.
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Im März 2017 bekam sie dann endlich die Nachricht der Ärzte: Sie war krebsfrei. Doch nach nur dreieinhalb Jahren dann der erneute Rückschlag: Kathleen fand einen Knoten in ihrem Bein, der schnell so groß wurde, dass sie kaum noch gehen konnte. Ein MRT-Scan ergab, dass der Krebs zurückgekommen war, doch zeigte sich auch ein merkwürdiges "Geschwür" in der Beckengegend. Schnell wurde klar: Kathleen war im vierten Monat schwanger.

"Es war wirklich beängstigend, weil ich sofort dachte, ich würde mein Baby verlieren. Ich hatte gerade erst von ihm erfahren und dachte dann, ich würde es verlieren. Die Ärzte stellten mich vor zwei Möglichkeiten. Sie sagten, ich könne entweder mein Baby abtreiben, mich einer Chemotherapie unterziehen, mich einer Operation unterziehen und höchstwahrscheinlich mein Bein verlieren, oder mein Baby behalten und mein Bein sofort amputieren lassen."

Für diese lebensverändernde Entscheidung ließen ihr die Ärzte eine Woche Zeit, doch Kathleen wusste schon nach einer Nacht, was sie tun würde: Sie entschied sich dafür, ihr Bein amputieren zu lassen, um ihr ungeborenes Baby zu retten.

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Zuerst konnte sie ihren Unterkörper nicht ansehen

Die kleine Tochter kam acht Wochen zu früh zur Welt.
Kathleens ganzes Glück sind ihre Kinder.
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In den ersten acht Tagen nach ihrer Amputation konnte sie nicht auf ihr verbliebenes Bein hinuntersehen. Zu schwer war es, sich einzugestehen, dass sie jetzt nur noch ein Bein hatte.

Sie sagte: "Es war wirklich schwer. Gegen Ende der acht Tage habe ich dann doch nach unten geschaut, aber es war wirklich seltsam, die Decke über mir zu sehen. Ich musste meinen Jungs vor der Operation sagen, dass mein Bein amputiert wird, aber ich habe es auf eine lustige Art und Weise getan, damit sie nicht verängstigt oder besorgt sind. Sie lieben Transformers, also habe ich gesagt, dass ich etwas Schlimmes in meinem Bein habe und dass die Ärzte es wegnehmen müssten, aber dass Transformers mir ein neues Bein machen würden."

Die Operation konnte das Geschwür zwar beseitigen, die Ärzte sagten ihr aber trotzdem, dass sie jetzt mit Krebs im Endstadium lebe. Während der Schwangerschaft versuchte sie mit ihrem neuen Leben auf einem Bein klar zu kommen, seit ihre Tochter geboren ist, genießt sie die Zeit, die sie mit ihren drei Kindern hat. "Ich bin froh, dass ich die Entscheidung getroffen habe, mein Bein zu verlieren, weil ich dadurch meine Tochter bekommen habe", sagte sie dem DailyMirror. "Das ist jetzt mein einziger Fokus - Erinnerungen mit meinen Kindern zu schaffen. Ich weiß nicht, wie viel Zeit mir noch bleibt, es könnten Jahre sein, aber auch Monate."

Um möglichst viele Trips mit ihrer kleinen Familie machen zu können, hat Kathleen jetzt eine Crowdfunding-Seite erstellt. Zusammen nehmen sie jeden Tag so, wie er ist. (kde)