Fremdsprache im Job

Muss ich bei der Arbeit Englisch sprechen können?

Viele Vorgesetzte verlangen, mit internationalen Kunden auf Englisch zu kommunizieren.
Viele Vorgesetzte verlangen, mit internationalen Kunden auf Englisch zu kommunizieren.
© CHRISTIN KLOSE

12. Juli 2021 - 12:46 Uhr

Englisch im Job: Muss ich da mitziehen?

Immer mehr Arbeitgeber setzen voraus, dass die Beschäftigten mit Kunden oder Kollegen aus dem Ausland auf Englisch kommunizieren können. Doch müssen Beschäftigte da mitziehen? Und was passiert, wenn Arbeitnehmer kein oder nur wenig Englisch sprechen können? Wir klären auf.

Internationale Kollegen oder Kunden als Grund für Sprachwechsel

In einer internationalen Arbeitswelt ist diese Situation gar nicht so unwahrscheinlich: Wegen Kunden aus dem Ausland oder wegen einer neuen englischsprachigen Führungskraft, verlangt der Arbeitgeber, dass von nun an in der Fremdsprache kommuniziert wird. Müssen Beschäftigte da mitziehen?

Ja, sagen Arbeitsrechtler: "Wenn der Arbeitgeber ein nachvollziehbares Interesse am Wechsel der Sprache hat, kann er sich auf ein in diesem Bereich sehr weites Direktionsrecht berufen", sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Das heißt: Der Arbeitgeber kann anordnen, dass Beschäftigte auf Englisch kommunizieren sollen. Das gelte besonders dann, wenn es Vereinbarungen dazu im Arbeitsvertrag gibt.

Fehlende Englischkenntnisse: Was dann?

Englisch als gemeinsame Sprache
Englisch dient der Verständigung: Gerade in internationalen Teams ist es wichtig, dass alle eine gemeinsame Sprache sprechen,
© RTL

Smalltalk auf Englisch kann vermutlich fast jeder und auch im Urlaub reichen bei vielen die Englischkenntnisse aus, um sich grob zu verständigen. Doch im beruflichen Kontext wird es schnell kompliziert. Fehlende Vokabeln, eine falsche Aussprache oder fehlende Grammatikkenntnisse: Das sind gerade für Ungeübte große Herausforderungen. Doch wenn der Arbeitgeber den Sprachwechsel vorgibt, muss er auch für die nötige Fortbildung der Beschäftigten sorgen, so der Anwalt für Arbeitsrecht. Mit Sprachkursen oder Seminaren müssen Mitarbeiter mit fehlenden Sprachkenntnissen geschult und weitergebildet werden, sodass ein reibungsloser Arbeitsablauf ermöglicht wird. Das stehe Mitarbeitern zu. Aber: "Voraussetzung ist immer, dass der Arbeitnehmer die Sprache auch ausreichend beherrscht", schränkt der Bredereck ein.

Vor diesem Hintergrund seien leichtfertige Angaben im Lebenslauf nicht ungefährlich. Wer angegeben hat, Englisch auf Muttersprachniveau zu können, sollte das auch abliefern können. Wer dagegen keine Fremdsprachenkenntnisse versprochen hat, kann vom Arbeitgeber eine entsprechende Fortbildung verlangen, sagt Bredereck.

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Keine Lust auf Fremdsprache: Was passiert, wenn ich mich weigere?

Sich zu weigern, auf Englisch oder einer anderen Fremdsprache zu kommunizieren oder eine Fortbildung zu absolvieren, ist hingegen keine gute Idee. Laut Bredereck müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einem solchen Fall mit Nachteilen bis hin zu einer Kündigung rechnen. Etwas anderes ist es, wenn man aufgrund mangelnden Sprachtalents nur unzulängliche Leistungen erbringt. "Wer sich anstrengt, ist vor einer Kündigung ziemlich sicher", so der Fachanwalt.

Sprachen lernen mit der App: Klappt das wirklich?

Im Mallorca-Urlaub auf Spanisch nach dem Weg fragen? Beim Italiener um die Ecke auf Italienisch bestellen? Oder den neuesten Film in englischer Originalsprache ansehen? Es gibt viele Gründe, eine neue Sprache zu lernen. Dank zahlreicher Apps und Programme kann das mittlerweile sogar ziemlich einfach sein. Doch klappen derartige Sprachlern-Apps wirklich? Lesen Sie hier unseren Praxis-Test und erfahren Sie, was Sie beim Lernen einer neuen Sprache unbedingt beachten sollten.

Quelle: DPA/RTL

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