Sprachlern-Programme im Vergleich

Fremdsprache lernen: Babbel vs. Rosetta Stone – welche App bietet was und zu welchem Preis?

Zu Hause bleiben und eine neue Sprache lernen
© iStockphoto, BartekSzewczyk

27. April 2020 - 7:12 Uhr

Sprachen lernen per App: Babbel und Rosetta Stone im Check

Es gibt diverse Wege, eine Fremdsprache zu lernen. Die meisten von uns haben als Kinder und Jugendliche in der Schule Englisch und Französisch gelernt - quasi im Alltag. Und nach der Schulzeit? Wie lernt man neben Job, Familie, Freunden und alltäglichen Verpflichtungen noch eine Fremdsprache? Klar, es gibt Kurse in Abendschulen. Genauso bieten sich aber Apps und virtuelle Online-Kurse an, um die Zeit zu Hause sinnvoll zu nutzen. Wir haben die beiden wohl bekanntesten Sprachplattformen Babbel und Rosetta Stone unter die Lupe genommen und zeigen, was sie bieten und worin die Unterschiede liegen.

Lese-Tipp: Beim Lernen neuer Sprachen gibt es viele Dinge zu beachten. In diesem Artikel finden Sie hilfreiche Tipps!

Sprache lernen: Babbel im Check

Was ist Babbel? Die Sprachlern-App Babbel* wurde 2007 in Berlin gegründet. Mittlerweile zählt das ehemalige Start-up zu den bekanntesten Anbietern für Online-Sprachkurse und hat laut eigenen Angaben 750 Mitarbeiter aus 50 Nationen. Die 14 Babbel-Sprachkurse (inklusive Deutsch als Fremdsprache) werden jeweils von Muttersprachlern entwickelt, Wörter mit hoher Authentizität korrekt eingesprochen – mit unnatürlichen Computerstimmen müssen sich Nutzer also nicht herumplagen. Das Kursangebot orientiert sich weitestgehend an den in Europa gesprochenen Sprachen. Neben Schul-Klassikern wie Englisch, Spanisch oder Französich gehören auch Russisch, Türkisch, Italienisch und Schwedisch zum Angebot.

Die Lernmethode: Der "Unterricht" besteht darin, Begriffe passenden Abbildungen zuzuordnen oder Übersetzungen und Lückentexte zu vervollständigen. Durch Audio-Einspieler lernen Nutzer quasi nebenbei die Aussprache.

Garantierte Qualität? Auf diversen Portalen (darunter auch Lernen.net) erntet Babbel durchweg gute bis sehr gute Bewertungen. Das Unternehmen gibt sich selbstbewusst: Unzufriedenen Nutzern erstattet Babbel innerhalb von 20 Tagen die Kosten.

  • Sprachen: 14
  • Niveau: Anfänger und Fortgeschrittene
  • Besonderheit: Per Spracherkennung lässt sich die korrekte Aussprache üben
  • Preis: 9,99 Euro pro Monat / 3 Monate für 23,97 Euro / Jahresabo für 71,88 Euro

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Rosetta Stone: Was bietet der Dienst?

Was ist Rosetta Stone? Wer sich mit dem Thema Sprachkurse beschäftigt, stößt fast unweigerlich auch auf Rosetta Stone*. Das amerikanische Unternehmen wurde bereits 1992 gegründet und verfolgt einen untypischen Ansatz, Sprachen zu vermitteln. Bei Rosetta Stone dreht sich alles um das Schlagwort Dynamic Immersion – also dynamisches Eintauchen – in eine Sprache.  Im Gegensatz zu Babbel sind bei Rosetta Stone auch außereuropäische Sprachen im Angebot: Unter anderem auch Arabisch, Hebräisch, Koreanisch, Japanisch, Griechisch, Chinesisch.

Die Lernmethode: Die Methodik orientiert sich stark an Prozessen des natürlichen Spracherwerbs, vergleichbar mit einem Auslandsaufenthalt. Dementsprechend werden Nutzer mit der Methode ins kalte Wasser geworfen, auf Übersetzungen und klassische Grammatik-Übungen wird verzichtet. Stattdessen werden Begriffe vorgesprochen und Bildern zugeordnet. Im nächsten Schritt wird das mit ähnlichen Bildern wiederholt. Das Lernen dauert mit dieser Methode etwas länger als andere Ansätze, soll aber nachhaltiger sein.

Garantierte Qualität? Die Tests und Erfahrungsberichte sind überwiegend im "sehr guten" Bereich. Lediglich die Kosten fallen negativ auf. Aber auch hier gilt: Rosetta Stone erstattet unzufriedenen Kunden innerhalb von 30 Tagen die Gebühren.

  • Sprachen: 24
  • Niveau: Anfänger und Fortgeschrittene
  • Besonderheit: Live-Tutorien
  • Preis16,99 Euro pro Monat / 159 Euro pro Jahr / 239 Euro für 24 Monate.
  • Wer mag, schaltet das Angebot lebenslang für 299 Euro frei. Darin sind alle Sprachen enthalten, nur die Online-Tutorien nicht.

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Fazit: Darin unterscheiden sich Babbel und Rosetta Stone

Sowohl Babbel als auch Rosetta Stone sind zum Spracherwerb geeignet. Beide Dienste verfolgen unterschiedliche Ansätze, Sprachen zu vermitteln. Rosetta Stone hat bei den Angeboten und Lernmethoden allerdings die Nase vorn, hier sind beispielsweise Video-Kurse mit Muttersprachlern in allen Sprachkursen inbegriffen. In diesem Bereich ist klar die langjährige Erfahrung zu spüren, auch Unternehmen wie TripAdvisor oder die Nasa nutzen Rosetta Stone für Ihre Mitarbeiter. Bei den angebotenen Sprachen gibt es ebenfalls Unterschiede: Babbel ist eher europäisch orientiert, Rosetta Stone hat auch Asien und den Nahen Osten im Blick.

Unterm Strich sind beide Anbieter sehr gut. Rosetta Stone hat ein größeres Portfolio und genießt einen professionelleren Ruf. Babbel hat ebenfalls ein gutes Image, aber eher im privaten Bereich. Die deutsche App bietet insgesamt etwas weniger, ist aber auch deutlich günstiger. Die Entscheidung wird also letztlich von der jeweiligen Sprache und vom Geldbeutel abhängig sein.

Tipp: Nutzen Sie die kostenlosen Testphasen und probieren Sie beide mal aus. Bei Babbel* ist die erste Lerneinheit umsonst, Rosetta Stone* ist drei Tage gratis nutzbar.

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