Corona-Krise

WHO ändert Empfehlung zum Tragen von Gesichtsmaske

12. Juni 2020 - 10:42 Uhr

Weltgesundheitsorganisation ändert Mundschutz-Standpunkt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihren Standpunkt zum Tragen von Gesichtsmasken in der Corona-Krise geändert. Zur Eindämmung von Infektionen empfehle man nun ihre Nutzung in überfüllten öffentlichen Einrichtungen, teilte die WHO am vergangenen Freitag (5. Juni) in Genf mit. Im Video erklärt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor des Hygienezentrums Bioscientia, was man beim Tragen eines Mundschutzes beachten muss.

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„Masken können auch ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln.“

Zugleich warnte die UN-Organisation jedoch, Masken könnten das Erkrankungsrisiko sogar erhöhen, wenn Menschen diese mit schmutzigen Händen berührten und so kontaminierten. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte: "Masken können auch ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln."

Bislang war die Haltung der WHO, dass Mundschutz nur für Kranke und Menschen, die Kranke pflegten, sinnvoll sei. Der Massengebrauch wurde nicht empfohlen.

Tedros sagte, Masken könnten Händehygiene, Abstandhalten und das Aufspüren von Patienten mitsamt ihrer sozialen Kontakte nicht ersetzen. Masken alleine könnten nicht vor Covid-19 schützen. Regierungen sollten dort zum Maskentragen ermutigen, wo die Virusübertragung weit verbreitet sei und wo es schwierig sei, Abstand zu anderen Menschen zu halten, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften oder in engen oder überfüllten Gegenden.

Die WHO stellte auch fest, dass das Nähen von Masken die Menschen in die Lage versetze, etwas gegen das Virus zu tun und gleichzeitig eine mögliche Einkommensquelle darstelle.

Mund-Nasen-Maske kann keinen hundertprozentigen Schutz vor Corona bieten

Auch das Robert Koch-Institut (RKI) weist darauf hin, dass eine Atemschutzmaske keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus garantieren kann. Lediglich das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann verringert werden. Einen selbst schützen Atemschutzmasken dagegen kaum.

Die empfohlenen Schutzmaßnahmen - gute Händehygiene, Einhalten von Husten- und Niesregeln sowie Abstand zu halten - seien am effektivsten und sollten daher unbedingt weiter eingehalten werden.

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Quelle: DPA / RTL.de