Seesternförmige Kapsel muss nur einmal pro Monat genommen werden

Monatspille: Neue Anti-Baby-Pille für Vergessliche

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5. Dezember 2019 - 12:38 Uhr

Neue Pille für Vergessliche

Die Anti-Baby-Pille ist trotz ihrer Nebenwirkungen eines der beliebtesten und zuverlässigsten Verhütungsmittel. Frauen müssen sie für den hundertprozentigen Schutz aber auch jeden Tag und am besten zur gleichen Zeit einnehmen. Beim Auslassen der täglichen Einnahme ist dieser Schutz für den restlichen Monat schon nicht mehr garantiert. Nun gibt es gute Nachrichten für besonders vergessliche Damen: US-Forscher arbeiten an einer neue Art der Anti-Baby-Pille, die nur einmal im Monat eingenommen werden muss. Wie sie funktioniert, erklären wir hier.

Wie funktioniert diese neue Form der Pille?

Seesternförmige Anti-Baby-Pille
So soll die zukünftige einmalige Anti-Baby-Pille funktionieren: Eine seesternförmige Kapsel wird eingenommen, der Wirkstoff wird nach und nach abgegeben.
© Lyndra Therapeutics

Ein kompletter Monatsvorrat muss nur einmal eingenommen werden, dank einer seesternförmigen Kapsel aus Gelatine - das versprechen Forschungen von US-Medizinern des Massachusetts Institute of Technology. Die besagte Kapsel hat sechs Arme. Wenn sie geschluckt wird, fahren die sechs Arme des Seesterns aus und geben nach und nach die Dosis des Gestagens Levonorgestrel, ein typischer Wirkstoff in Anti-Baby-Pillen, ab. Der Stern wird dabei so groß, dass er nicht gleich verdaut werden kann.

"Wir haben dieses Kapselsystem entwickelt, das aussieht, wie ein Seestern, das mehrere Tage, Wochen, sogar Monate im Magen bleiben kann", erklärt einer Seniorautoren der Studie, Dr. Giovanni Traverso, ein Arzt an der Bostoner Brigham Frauenklinik.

Einmonatspille statt Diaphragma, Spirale & Co.

Es wird noch Jahre dauern, bis diese Art von Anti-Baby-Pille in den Apotheken landet, aber erste Versuche der US-Forscher an Tieren fielen positiv aus, wie sie in ihrem Beitrag im Fachmagazin "Science Translational Medicine" erklären.

Die selbstdosierenden Kapsel wurde an Schweinen getestet: Die Forscher untersuchten dabei die Gestagen-Konzentration im Blut bei den Tieren anhand von zwei Gruppen. Eine Gruppe der Tiere wurde der Wirkstoff direkt verabreicht. Die andere Gruppe bekam den Wirkstoff nach und nach. Das einmalige Kapselsystem gab innerhalb von einem Monat den Wirkstoff fortlaufend ab und die Wirkstoffkonzentration war ähnlich wie die einer täglichen Pillen-Einnahme.

"Diese Arbeit ist unserer Kenntnis nach das erste Beispiel für eine Einmonatspille", erklärt Robert Langer, ein Mitglied des Forscherteams. "Wir hoffen, dass sich daraus eines Tages neue Verhütungsoptionen für Frauen ergeben." Eine derartige Pille habe großes Potenzial, da viele Frauen es bevorzugen würden, Medikamtente oral einzunehmen, statt sich Implantate einzusetzen, erklärten die Forscher.

Welche weiteren Verhütungsmittel es gibt, erfahren Sie hier.

So kam den Ärzten die Idee

Das Forscherteam nutzte die Technologie zunächst, um tägliche Medikamente gegen Malaria und HIV in Kapseln umzuwandeln, aber auch Patienten mit schweren Krankheiten soll diese Methode bei der täglichen Behandlung helfen.