Lizenz zum Böllern

Der Böller-Klub Vechta baut seine eigenen Kanonen

19. Oktober 2021 - 10:30 Uhr

Schützenverein war gestern, jetzt kommt der Böller-Klub!

Egal ob auf Hochzeiten, Schützenfesten oder an Geburtstagen: In Vechta lässt man es gerne ordentlich krachen! Denn manche Menschen vertreiben hier ihre Zeit mit einem explosivem Hobby inklusive tonnenschwerer, schwarzer Kanonen. Bevor der laute Knall im Ort ertönen darf, müssen allerdings einige Sicherheitsmaßnahmen getroffen und strikte Vorschriften eingehalten werden. Welche das sind, erfahren Sie im Video.

"Ich bin mit Schießen groß geworden!"

Im ersten Moment klingt es vielleicht etwas komisch, dass Menschen in ihrer Freizeit Spaß daran haben, Kanonen abzufeuern. Für Gründungsmitglied Wolfgang Köhler und die anderen 24 Mitglieder des Klubs gehört der Umgang mit scharfer Munition aber schon immer zum Leben dazu. Die meisten von ihnen kommen aus dem Schützenverein. "Ich bin mit Schießen groß geworden", erzählt Wolfgang Köhler im RTL Nord-Interview. 2019 gründet er mit zwei weiteren Mitgliedern den Böller-Klub. Mittlerweile teilt er sich das Hobby sogar mit seinem Sohn Olaf: "Mit dem Knall, wenn der Rauch so vor dir loszieht… Das macht Spaß, das ist was Schönes."

Die Kanonen sind hier Handarbeit

Die schwarze Kanone ist über eine Tonne schwer
Die große schwarze Kanone wurde vom Böller-Klub Vechta selbst gebaut.
© RTL Nord

Der größte Stolz des Klubs ist die mehr als eine Tonne schwere, von Wolfgang Köhler selbstgebaute Kanone. RTL Nord erzählt er lachend im Interview: "Es hat in den Fingern gejuckt. Ich dachte, eine Kanone kann ich auch selber bauen. Das hat eine ganze Zeit lang gedauert, dann habe ich das meinen Kindern gesagt und die haben gesagt, der alte Mann hat doch einen Vogel." Von seiner Idee hat er sich trotzdem nicht abbringen lassen. Mittlerweile baut der Böller-Klub alle seine Böllergeräte selbst. Zur Sicherheit werden sie vor dem ersten Abschuss vom Beschussamt geprüft. "Da wird sie mit richtig viel Druck beschossen, damit das Rohr auch hält. Dann kriegen wir einen Stempel und ein Zertifikat, dann dürfen wir damit arbeiten."

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Sicherheit geht vor

Natürlich kann es unter Umständen auch ganz schön gefährlich werden, wenn mit so großen Kanonen geschossen wird. Deswegen erhält nicht jeder einfach die Lizenz zum Böllern. Ab 21 Jahren kann man einen Böllerlehrgang besuchen. Voraussetzung dafür: Man erhält vom Amt eine Unbedenklichkeitsbescheinigung. Erst nach dem Lehrgang und einer weiteren Bescheinigung steht dem Böllern nichts mehr im Weg. Aber Vorsicht: Auch vor und während des Abschusses gibt es strikte Vorschriften, an die sich die Mitglieder des Böller-Klubs halten müssen. Die Stadt muss informiert werden, wenn Abschüsse geplant sind. Auch dürfen sich keine kranken Personen oder trächtige Tiere in der Nähe befinden. Während des Schießens müssen gewisse Sicherheitsabstände zur Kanone gewahrt werden.

(jbl)