Jeder vierte hat bereits gekifft

Mehrheit will Cannabis als Arzneimittel

Vor allen bei Menschen unter 44 Jahren ist der Konsum von Cannabis verbreitet.
Vor allen bei Menschen unter 44 Jahren ist der Konsum von Cannabis verbreitet.
© dpa, Paul Zinken, pdz bsc wst alf

19. Oktober 2021 - 13:18 Uhr

Gibt die Ampel grünes Licht für Gras?

Die Koalitionsverhandlungen haben begonnen und SPD, Grüne und FDP scheinen bei vielen Themen noch große Brücken bauen zu müssen. Doch gerade bei einer Frage sind sich die drei Parteien wohl einig: Die Legalisierung von Cannabis.

Das neue RTL/ntv-Trendbarometer zeigt nun, wie die Bevölkerung dazu steht.

Cannabis: Ja, aber als Arznei

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte sich zuletzt für eine Legalisierung von Cannabis ausgesprochen. Die Gewerkschaft der Polizei hatte genau vor dieser Legalisierung gewarnt. Und auch eine Mehrheit (59 Prozent) der Befragten der forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/ntv spricht sich dafür aus, Cannabis zu erlauben – jedoch nur als Arzneimittel. Knapp jeder Dritte möchte, dass Cannabis in Deutschland legal erworben und konsumiert werden kann.

Nur sieben Prozent sind der Meinung, Cannabis sollte generell verboten sein.

LESE-TIPP: Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Die Ampel-Parteien dafür, die Polizei dagegen?

Insgesamt zeichnet sich ein Trend zu einer breiteren Akzeptanz für Cannabis ab. Anfang 2014 lag der Anteil, derjenigen, die Cannabis generell verbieten wollten, noch vier mal so hoch wie jetzt. Unter den Wählern der Linkspartei will die Hälfte eine generelle und die andere Hälfte eine medizinische Freigabe. Damit finden sich unter diesen Parteifreunden die meisten Befürworter einer Legalisierung. Darauf folgen Grünen- (48 Prozent) und FDP-Wähler (43 Prozent).

Jeder vierte hat schon mal Erfahrung mit Cannabis gemacht

Knapp jeder vierte Befragte gab an, schon einmal ein Cannabis-Produkt konsumiert zu haben: Also beispielsweise gekifft oder Hasch-Brownies gegessen zu haben. 31 Prozent kenne Personen privat, die regelmäßig Cannabis-Produkte konsumieren. Am höchsten sind die Zahlen bei 30- bis 44-Jährigen: Knapp die Hälfte kennt regelmäßige Konsumenten, 37 Prozent haben selber schon einmal probiert.

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Beides – sowohl der eigene Konsum als auch, dass man einen Konsumenten kennt – trifft überdurchschnittlich häufig auf die unter 45 Jahre alten Befragten sowie die Anhänger der Grünen, der FDP und der Linkspartei zu.

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Cannabis und Alkohol: Was ist gefährlicher?

Nur eine kleine Minderheit (11 Prozent) hält Cannabis-Konsum für gefährlicher als das Trinken von Alkohol. Die meisten (44 Prozent) stufen beides als gleichermaßen gefährlich ein. Rund ein Drittel denkt, dass Alkohol gefährlicher ist als Cannabis. Unter Wählern der Linkspartei nahezu niemand Cannabis gefährlicher als Alkohol.

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Insgesamt glauben 61 Prozent, dass eine Legalisierung mehr junge Menschen in Kontakt mit Cannabis bringen würde. (skn)