Mehr Frauen greifen zur "Pille danach"

06. August 2018 - 14:30 Uhr

Seit 2015 steigen die Zahlen der verkauften Präparate

Ja, wir wissen es alle: Wenn wir keinen Nachwuchs wollen, verhüten wir. Mit neuen Partnern sowieso, alleine wegen der Ansteckungsgefahr mit sexuellen Krankheiten. Doch leider geht da manchmal doch etwas schief: Das Kondom reißt, oder wir waren einfach viel zu kopflos in der heißen Liebesnacht. Und was machen dann viele Frauen? Sie greifen zur "Pille danach". Seit 2015 braucht man dafür kein Rezept mehr und die Zahlen der verkauften Präparate steigen seitdem.

Seit März 2015 kann die "Pille danach" rezeptfrei in der Apotheke gekauft werden

Apotheken geben immer häufiger die "Pille danach" an Frauen ab. So wurde das Notfallverhütungsmittel im vergangenen Jahr 808.000 Mal verkauft, wie die 'Bild'-Zeitung unter Berufung auf Zahlen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände berichtet. Das entspricht einem Plus von 6,7 Prozent im Vergleich zu 2016 (757.000 Fälle).

Mädchen und Frauen bekommen seit Mitte März 2015 die "Pille danach" nicht mehr nur auf Rezept und nach einem Beratungsgespräch mit einem Arzt, sondern können sie rezeptfrei direkt in Apotheken kaufen. Im Vergleich zu 2014, dem letzten Jahr vor der Abschaffung der Verschreibungspflicht, haben sich die Abgaben um 70,1 Prozent erhöht, heißt es in dem "Bild"-Bericht weiter. Damals sei das Mittel 475.000 Mal von Ärzten verordnet worden. 2017 sei es nur in 76.000 Fällen von Ärzten verschrieben und ansonsten ohne Rezept abgegeben worden.

Kritiker hatten vor Abschaffung der Rezeptpflicht vor einem sorglosen Umgang mit dem Medikament gewarnt. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, sagte hingegen vor wenigen Monaten der "Neuen Apotheken Illustrierten": "Einen Missbrauch der 'Pille danach'- der anfangs immer wieder thematisiert wurde - haben wir aber nicht beobachtet. Im Gegenteil: Die meisten Frauen gehen sehr verantwortungsbewusst mit dem Thema Verhütung um."

Die wichtigsten Fakten zur "Pille danach"?

Was genau ist die "Pille danach"?

Die "Pille danach" ist eine Notfallverhütung. Sie kann nach dem Sex eingenommen werden, wenn bei der Verhütung etwas schief gegangen ist. Also wenn beispielsweise das Kondom gerissen ist, die Pille vergessen wurde oder es zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr kam. Sie wirkt umso sicherer, je früher sie nach dem Sex eingenommen wird.

Wie wirkt die "Pille danach"?

Die "Pille danach" hemmt oder verhindert den Eisprung so, dass keine Befruchtung stattfinden kann. Hat der Eisprung bereits stattgefunden, wirkt die "Pille danach" laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nicht mehr. Sie ist Experten zufolge deshalb als Verhütungsmittel einzustufen und nicht als Mittel für einen Schwangerschaftsabbruch.

Gibt es Nebenwirkungen?

Die "Pille danach" greift in den Hormonhaushalt der Frauen ein. Als mögliche Nebenwirkungen werden vor allem Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen genannt.

Die "Pille danach" ist kein reguläres Verhütungsmittel. Hier haben wir alles Wichtige für Sie zum Thema Verhütung zusammengestellt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Verhütungsmethode für Sie geeignet ist.

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