Tranken sie mit Drogen kontaminiertes Wasser?

Mysteriöse Massenvergiftung an Schule: Über 50 Kinder in Kliniken behandelt

Dutzende Schüler in Mexiko vergiftet War es Kokain im Trinkwasser?
00:42 min
War es Kokain im Trinkwasser?
Dutzende Schüler in Mexiko vergiftet

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Nach einer mysteriösen Massenvergiftung an einer Mittelschule im mexikanischen Bundesstaat Chiapas werden noch immer Schüler mit Symptomen in Krankenhäusern behandelt. Sie hatten am Freitag in der Pause Wasser getrunken, das ihnen bitter geschmeckt habe, so lokale Medienberichte. Anschließend mussten 57 Kinder in Kliniken eingeliefert werden, betroffen gewesen seien fast hundert Personen. Die chaotischen Szenen auf dem Schulflur – im Video.

Mexiko: Bereits der dritte Fall einer Massenvergiftung in Chiapas

Von den fast 100 Schülerinnen und Schülern der „Juana de Asbaje“-Schule in der Gemeinde Bochil sollen sich noch elf in den Krankenhäusern von Bochil, Tuxtla Gutiérrez und San Cristóbal de Las Casas befinden. Einer von ihnen sei in einem kritischen Zustand. Wie das mexikanische Institut für soziale Sicherheit mitteilte, seien am Freitag 57 Jugendliche behandelt worden, von denen 55 bereits Stunden später wieder entlassen werden konnten. Doch am Sonntag seien 13 von ihnen ins Krankenhaus zurückgekehrt, weil die Symptome nicht nachgelassen hätten.

Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtet, ist es bereits der dritte Fall einer Massenvergiftung in dem Bundesstaat – und zwar binnen rund zweieinhalb Wochen! Was die Ursachen angeht, tappen die Behörden offenbar im Dunkeln. Der Generalstaatsanwaltschaft von Chiapas zufolge hätten toxikologische Tests keinerlei Spuren von Drogen ergeben. Man habe insgesamt 35 Analysen durchgeführt, die allesamt negativ auf Substanzen wie Kokain, Opiate, Cannabis, Methamphetamine und Amphetamine ausgefallen seien.

Schülerinnen und Schüler, die nach einem Vorfall von Massenvergiftung im südmexikanischen Chiapo nicht mehr eigenständig laufen können, werden zu den Krankenwagen getragen. Twitter-Video zeigen chaotische Szenen.
Schülerinnen und Schüler, die nach einem Vorfall von Massenvergiftung im südmexikanischen Chiapo nicht mehr eigenständig laufen können, werden zu den Krankenwagen getragen. Twitter-Video zeigen chaotische Szenen.
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Private Labore sollen in drei Fällen Kokain nachgewiesen haben

Zunächst hatte die Vermutung im Raum gestanden, dass das Wasser, das die Kinder in der Schulpause getrunken hatten, mit Kokain kontaminiert gewesen sein könnte. Denn nur zehn Minuten, nachdem es die Jugendlichen im Klassenzimmer zu sich genommen hatten, hätten viele von ihnen Vergiftungserscheinungen gezeigt. Videos, die bei Twitter kursieren, zeigen chaotische Szenen. Kinder in Schuluniformen eilen zu Sanitätern oder werden von Eltern durch die Flure getragen. Ängstliche Rufe sind zu hören.

Wie etwa „El Heraldo de México“ schreibt, sei bei drei Proben, die Eltern angeblich in privaten Laboren analysieren ließen, Kokain nachgewiesen worden. Die Staatsanwaltschaft berichtet, dass bisher 29 Anzeigen eingegangen seien und fünf Betroffene ausgesagt hätten, sie hätten Wasser getrunken, das ihnen bitter geschmeckt habe. Infolgedessen seien 33 Flaschen sichergestellt worden. Während die Behörden sich zu den Ursachen noch bedeckt halten, treiben Spekulationen wilde Blüten. Viele Eltern sind sicher, dass ihre Kinder verunreinigtes Wasser oder Nahrung zu sich genommen haben. Am Samstag versammelten sie sich vor der Schule, forderten lautstark Antworten. Montags blieb die Schule, an der Jugendliche im Alter zwischen 12 und 16 Jahren unterrichtet werden, geschlossen. (cwa)