Masern-Impfung: Darum ist sie so wichtig

13. März 2018 - 16:09 Uhr

Video: Experten warnen vor gefährlicher Masern-Welle

Der Vorsatz der WHO, bis 2020 durch übergreifende Masern-Impfung den Masernvirus weltweit ausgerottet zu haben, scheint wenig realistisch. Denn immer wieder bricht die Kinderkrankheit auch in Deutschland aus. Wir klären Sie über die sehr seltene, aber tödliche endende Spätfolge, subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), auf. Bisher gibt es für diese Nervenerkrankung infolge einer Maserinfektion keine Behandlungsmöglichkeiten.

Allein im ersten Quartal 2017 sind laut dem Robert-Koch-Institut schon über 400 Patienten am Masernvirus erkrankt. Mit dem Alter steigen bei Kinderkrankheiten generell die Risiken. Die Masern-Impfung verhindert nicht nur den Ausbruch der Infektionskrankheit, sondern gibt auch somit teils tödlich endenden Folgeerkrankungen wie einer Lungenentzündung keine Chance. Impfungen bei Babys bieten eine gute Möglichkeit, diese Kinderkrankheiten wie Masern, Windpocken, Keuchhusten und Co. zu verhindern.

Masern-Impfung schützt vor SSPE

Was genau ist die SSPE? Die subakute sklerosierende Panenzephalitis greift das zentrale Nervensystem an und schreitet unaufhaltsam voran, sodass sie nach einem bis drei Jahren meistens zum Tod führt.

Diese chronische Erkrankung tritt als Langzeitfolge durch eine Infektion des Gehirns mit dem Masernvirus durchschnittlich sieben Jahre nach einer Masernerkrankung auf. Unter einer Million Menschen erkrankenein bis fünf an der SSPE. Betroffen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsen bis zum 20. Lebensjahr. Laut einer gemeinsamen Studie des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Instituts für Virologie und Immunbiologie der Universität Würzburg gehören Kleinkinder unter fünf Jahren zur größte Risikogruppe und die Wahrscheinlichkeit an SSPE zu erkranken liegt viel höher: 1:3.300.

Der Krankheitsverlauf lässt sich in drei Stadien einteilen:

  1. Leistungsrückgang, erste Anzeichen von Demenz, Halluzinationen, Schlaflosigkeit
  2. Unkontrollierte Muskelzuckungen und epileptische Anfälle, Sprachabbau
  3. Wachkoma, Schluckschwierigkeiten, Erblindung

Eine Masern-Impfung schützt Sie vor dieser hochansteckenden Tröpfcheninfektion in der Regel lebenslang. Allerdings sind für einen vollständigen Impfschutz zwei Kombiimpfungen gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung) erforderlich, die Säuglinge im ersten Lebensjahr im Alter von elf bis 14 Monaten gespritzt bekommen. Die zweite Masern-Impfung erfolgt im zweiten Lebensjahr, für gewöhnlich zwischen 15 und 23 Monaten.