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Markus Blume (CSU) schockt bei Lanz mit Afghanistan-Aussage: Einsatz "nicht unerfolgreich"

CSU-Generalsekretär schockiert mit Talkshow-Aussage

Afghanistaneinsatz "nicht unerfolgreich"

ARCHIV - 16.03.2020, Bayern, München: Markus Blume, CSU-Generalsekretär, spricht auf einer Pressekonferenz in der CSU-Zentrale zu den Ergebnissen der Kommunalwahl in Bayern. Blume hat die Umsetzung der Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz in e
CSU-Generalsekretär Markus Blume
mbk fdt wst exa, dpa, Matthias Balk

Verheerende Bilanz

Rund 20 Jahre Militäreinsatz, Tausende tote Soldaten aus über 50 Nationen und trotzdem sind die Taliban wieder zurück an der Macht. Wenn am Donnerstagabend der letzte deutsche Rettungsflieger Kabul verlässt , ist dieser Einsatz für Deutschland Geschichte. Doch die Bilanz ist verheerend. Das sieht CSU-Politiker und Generalsekretär Markus Blume im ZDF-Talk „Lanz“ allerdings vollkommen anders.

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Eine steile These

Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan, von Anfang an wurde er scharf kritisiert. Und das Ende ist ähnlich desaströs wie der gesamte Einsatz. Allein 59 deutsche Soldaten wurden in Afghanistan getötet. Trotzdem hält CSU-Generalrekretär Markus Blume im ZDFan der Ansicht fest, der Einsatz der Nato (inkl. der Bundeswehr) sei durchaus erfolgreich gewesen, denn er sollte vor allem den internationalen Terrorismus bekämpfen. Eine steile These, wenn man die tausenden toten Soldaten bedenkt – die getöteten afghanischen Zivilisten gar nicht mitgezählt – und feststellt, dass die militant-islamistische Taliban mächtiger sind als vor dem Einmarsch der US-Truppen.

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Afghanistan-Experte kontert Blumes Aussagen

Gegenwind bekommt Blume dann auch von Janine Wissler (Linke) und dem Journalisten und Afghanistan-Experten Emran Feroz. "Es gab massenhaft Anschläge in den letzten Jahren in Afghanistan", warf Wissler ein. Feroz konnte offensichtlich noch weniger fassen, was er da gerade gehört hatte: "Die Taliban haben gerade Kabul erobert, kontrollieren fast das ganze Land und sind die am besten aufgestellte islamistisch-militante Gruppierung der Welt."

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Und die Fehde zwischen Blume und Feroz setzt sich fort: „Es ist gelungen, den internationalen Terrorismus einzudämmen“. sagt Blume, Feroz entgegnet: „"Auch das stimmt nicht." Al-Kaida habe sich global ausgebreitet, agiere in Regionen weltweit wie im Jemen und Syrien. "Osama bin Laden würde sich heute freuen", so der Journalist und Buchautor.“

Auch bei Abschiebungen uneinig

Auch beim Thema afghanische Geflüchtete, die in ihr Heimatland abgeschoben werden, waren sich die Parteien alles andere als einig. "Man gilt ja schon als Straftäter, wenn man mit der S-Bahn schwarzfährt“, sagt Feroz. Blume wollte diese Aussage nicht so stehen lassen: „Sie können doch nicht jeden Straftäter bagatellisieren." Wissler stellte sich dann auch noch auf die Seite von Feroz: "Bei einem hieß es, sie sind jetzt 18 Jahre alt, sie werden abgeschoben." Für alle Zuschauer war klar zu erkennen, die werden sich heute nicht mehr einig. (sst)