Manuela Schwesigs Kind geht auf Privatschule - Mutter verteidigt sich gegen Kritik

© dpa, Kay Nietfeld

6. September 2017 - 23:30 Uhr

Lehrerverband: "Fatales Zeichen"

Darf eine staatliche Würdenträgerin ihr Kind auf eine nicht-staatliche Schule schicken? Dieser Debatte sieht sich Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ausgesetzt. Sie verteidigt die Entscheidung, ihren Sohn auf eine Privatschule zu schicken. Dies sei keineswegs Ausdruck mangelnden Vertrauens in das staatliche Schulsystem, sagte die SPD-Politikerin.

Schwesig begründet die Wahl der Schule mit kürzerem Schulweg

Zuvor hatten sich unter anderem die Erziehungsgewerkschaft GEW und der Deutsche Lehrerverband zu ihrer Entscheidung geäußert. Schwesig begründet den Entschluss mit dem kurzen Schulweg. Statt der etwa 20 Minuten zur nächstgelegenen staatlichen Schule dauert der Weg zur Privatschule kaum fünf Minuten.

Die Landesvorsitzende der Erziehungsgewerkschaft GEW, Annett Lindner, äußerte sich kritisch. "Die Schulwahl für sein Kind steht jedem frei. Doch in ihrem Amt muss Frau Schwesig klar sein, dass eine solche Entscheidung auch eine Signalwirkung hat, für Eltern und für Lehrer."

Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, sprach von einem "fatalen Zeichen". Er sagte der 'Neuen Osnabrücker Zeitung': "Die Regierungschefin hat in die öffentlichen Schulen Mecklenburg-Vorpommerns offenbar wenig Vertrauen." Zugleich räumte er ein, dass auch für Schwesig gelte, im Privatleben frei entscheiden zu können.

Die Schweriner Regierungschefin sagte, das Bildungssystem des Landes bestehe aus öffentlichen Schulen und Schulen freier Träger, die vom Land auch finanziell gefördert würden. "Beide Schularten bieten für die Schülerinnen und Schüler in unserem Land guten Unterricht", so Schwesig. Ihr Sohn sei in den ersten Jahren in Schwerin auf eine staatliche Grundschule gegangen. "Und wir waren sehr zufrieden."