"Damit ist im Laufe des August zu rechnen“

Außenminister Heiko Maas: Wenn alle ein Impfangebot haben, müssen die Einschränkungen weg!

Bundesaußenminister Heiko Maas hat eine klare Meinung zu den aktuellen Corona-Einschränkungen.
Bundesaußenminister Heiko Maas hat eine klare Meinung zu den aktuellen Corona-Einschränkungen.
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06. Juli 2021 - 15:56 Uhr

Corona-Regeln - wie lange eigentlich noch?

Wie lange müssen wir uns eigentlich noch an die Corona-Regeln halten? Wie lange gibt es noch Beschränkungen? Die Impfquoten steigen, vielleicht könnten schon Ende Juli auch die letzten Impfwilligen ein Angebot bekommen. Und dann? Muss man dann immer noch Abstand halten und Maske tragen? Außenminister Maas hat dazu eine klare Haltung: Einschränkungen dürfe es dann nicht mehr geben.

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Maas: "Rechtlich und politisch keine Rechtfertigung für Einschränkungen"

"Wenn alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot haben, gibt es rechtlich und politisch keine Rechtfertigung mehr für irgendeine Einschränkung", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) der Deutschen Presse-Agentur und der "Süddeutschen Zeitung". Und das werde nicht mehr lange dauern: "Damit ist im Laufe des August zu rechnen."

Ähnlich hatte sich zuvor bereits der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, geäußert. "Spätestens im September wird für jeden Impf-Willigen ein Impfangebot verfügbar sein, dann müssen eigentlich nahezu alle Corona-Maßnahmen weg", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Da wird es Leute geben, die sich immer noch nicht impfen lassen wollen. Das kann aber nicht sein, dass dann der Rest der Republik weiter Maske trägt. Das müssen dann die tun, die sich nicht impfen lassen wollen", sagte er im RTL-Interview. (Mehr dazu im Video.)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat versprochen, dass bis zum 21. September alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot erhalten sollen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht inzwischen aber davon aus, dass das schon Ende Juli der Fall sein kann.

LESE-TIPP: Ein Blick nach Großbritannien: Boris Johnson will künftig auf Abstandsregeln, Maskenpflicht und Homeoffice verzichten.

Mehrheit der Deutschen für Aufhebung der Maßnahmen

Eine knappe Mehrheit der Deutschen befürwortet übrigens eine Aufhebung aller Corona-Maßnahmen für vollständig Geimpfte ab September. In der am Dienstag veröffentlichen Befragung von YouGov sprachen sich 51 Prozent dafür aus, 39 Prozent lehnten dies ab. 11 Prozent machten keine Angaben.

In der Altersgruppe zwischen 18 und 33 Jahren sprachen sich nur 33 Prozent für die Aufhebung der Corona-Auflagen für Geimpfte ab September aus. In allen anderen Altersgruppen lag die Zustimmung etwas über 50 Prozent. Bislang sind etwas mehr 38 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig geimpft.

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Der frühere Justizminister Maas hatte bereits im Januar kurz nach dem Start der Impfkampagne für eine Aufhebung von Beschränkungen für Geimpfte geworben. "Geimpfte sollten wieder ihre Grundrechte ausüben dürfen", sagte der SPD-Politiker damals der "Bild am Sonntag". Dafür musste er auch viel Kritik einstecken, weil damals noch nicht klar war, ob Geimpfte das Virus weiter verbreiten können.

Der Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß (CDU) sagte zu RTL: "Wir brauchen die Herdenimmunität, um das Coronavirus endgültig zu besiegen und eine vierte Welle zu verhindern. Dafür müssen wir die Impfquote erhöhen. Dass jetzt auch in Deutschland Impfstoffe ungenutzt herumliegen, dürfen wir nicht akzeptieren. Alle Geimpften werden spätestens ab Herbst Einschränkungen von Grund- und Freiheitsrechten nicht länger akzeptieren. Für sie müssen die Einschränkungen spätestens bis zum Ende des Sommers fallen, wenn alle ein Impfangebot erhalten haben werden."

Auch der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki dringt auf eine baldige Aufhebung der Corona-Beschränkungen. "Spätestens sobald alle Impfwilligen eine Impfung erhalten haben, müssen die Maßnahmen aufgehoben werden", sagte der Bundestagsvizepräsident. "Die Bundesregierung steht im Wort, dass dies bis Ende des Sommers der Fall sein wird. Alles andere würde bedeuten, die Grundrechtseinschränkungen auf unbestimmte Dauer fortzuschreiben."

Gegen eine generelle Befreiung von den Einschränkungen sprach sich in der "Welt" die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche aus. Die Aufrechterhaltung der Einschränkungen müsse sich an der aktuellen Corona-Situation orientieren, und in diesem Zusammenhang sei die Delta-Variante "besorgniserregend". (eku)

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