Der Super-Stau und seine Folgen

Jetzt spüren die Lidl-Kunden das Suezkanal-Desaster

Lidl-Kunden verärgert über fehlende Artikel.
Lidl-Kunden verärgert über fehlende Artikel.
© RTL

30. April 2021 - 9:39 Uhr

Suezkanal sorgt für leere Regale in Deutschlands Supermärkten

"Wasserspass zum Lidl-Preis" – Am Montagmorgen rannten viele Wassersportfans und Schnäppchenjäger zu Lidl, um sich ein Top-Angebot zu sichern: Ein aufblasbares Stand-up-Paddling-Board (SUP-Board). Damit warb der Discounter im neuesten Prospekt. Doch viele Kunden wurden bitter enttäuscht. Statt der Paddelbretter fanden sie ein Schild vor, mit der Info: "Liebe Kunden, leider kommt es aufgrund der Suezkanal-Problematik momentan zu Lieferengpässen aus Asien bei unseren Werbeaktionen."

Wegen Mega-Blockade des Suezkanal: Lidl hat Ärger mit der Kundschaft

Ein querliegender Riesen-Frachter blockiert sechs Tage lang die wichtigste Transportverbindung zwischen Asien und Europa, den Suezkanal in Ägypten – und bringt den Handel für Wochen zum Erliegen. Rund 400 Schiffe mit unzähligen Containern an Bord stecken auf beiden Seiten des Kanals fest, ein Mega-Stau bildet sich! Schon während die Schlepper des Kanalbetreibers SCA die "Ever Given" zu befreien versuchten, warnten Experten vor leeren Regalen in Deutschlands Supermärkten. Nun bekommen auch Lidl-Kunden die Blockade in Ägypten zu spüren.

Am Montag standen die Paletten vieler Filialen in Deutschland leer, keine Spur von den im Wochenprospekt groß beworbenen Artikeln. Viele Kunden, die bereits am Montagmorgen bei den neusten Schnäppchen zuschlagen wollten, ließen in den sozialen Medien ihrem Frust freien Lauf. "Ich war heute morgen um 7:15 Uhr bei Lidl in Großenbaum um ein SUP Board und Zubehör zu kaufen. Es war weder einer der Artikel im Regal, noch ein Preisschild im Markt", schreibt eine Kundin auf Facebook. Andere ärgern sich darüber, in die Irre geführt worden zu sein.

Regale könnten noch Wochen leer bleiben

Lidl stellte bereits am frühen Morgen Infoschilder vor die Eingänge, auf denen sie die Kunden über Lieferprobleme aufgrund der Suez-Blockade informierten. Ein RTL-Reporter fotografierte ein solches Schild vor einer Filiale in Hainichen in Sachsen.

Nicht nur Lidl kämpft mit Lieferenpässen. Der Manövrierfehler des Kapitäns der "Ever Given" sorgte dafür, dass internationalen Lieferketten unterbrochen wurden. Das bekam vor allem die Auto, Chemie- und Pharmabranche zu spüren, die von Lieferungen aus Asien angewiesen sind. Das Handelsunternehmen Intertrading, das neben Lidl auch den Discounter Aldi beliefert, rechnete bereits mit Lücken in den Regalen am Mitte April. "Schon jetzt wissen wir, dass unsere Artikel keinesfalls pünktlich in den Bestimmungshäfen sein werden", teilte Intertrading-Chef Oliver Guttmann Ende März mit.

Der erste Riesen-Frachter "Al Rawdah" traf erst am 15. April im Hamburger Hafen ein, zweieinhalb Wochen nach Ende der Blockade. Das gut 300 Meter lange Schiff hatte Hunderte Container an Bord. Es könnten noch Wochen vergehen, bis der Handel wieder seinen Rhythmus findet, heißt es.

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