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Lebensmittelskandal in Hessen: Starb Mann nach Konsum von Ekel-Gürkchen?

Unternehmen soll 2 Jahre nicht geprüft worden sein

Lebensmittelskandal in Hessen: Starb Mann nach Konsum von Ekel-Gürkchen?

ARCHIV - Eine Salatgurke wird am 15.03.2013 in einer Küche in Bamberg (Bayern) in Scheiben geschnitten. Vegetarische oder vegane Ernährungsweise liegt im Trend. Selbst bekannte Wursthersteller stocken ihr Produktportfolio mit Fleischersatz auf.  Foto
Wegen Ekel-Gurkenscheiben sollen vier Menschen mit Listeriose infiziert worden sein. Eine Person starb angeblich.
dpa, David Ebener

Update: Ekel-Bericht bestätigt! Laut einer Recherche der „Welt am Sonntag“, wurden vier Menschen krank, nachdem sie keimbelastetes Essen aus einem Betrieb in Hessen verzehrt hatten. Einer von ihnen soll gestorben sein! Das Unternehmen wurde angeblich zwei Jahre lang nicht von den zuständigen Behörden kontrolliert.

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Lebensmittelskandal in Obst- und Gemüsebetrieb in Hessen

Bei dem Unternehmen soll es sich um einen Obst- und Gemüse-Betrieb aus Südhessen handeln, das berichtet die Zeitung. Es soll unter anderem Gurkenscheiben an Krankenhäuser geliefert haben. Der „Welt am Sonntag“ zufolge seien die vier betroffenen Menschen zwischen Oktober 2021 und Januar 2022 an Listeriose erkrankt. Zwei von ihnen sollen sich bei Aufenthalten in Kliniken mit den Bakterien infiziert haben, die die Krankheit auslösen. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt.

Listerien
Eine elektronenmikroskopische Aufnahmen von Listerien - diese Bakterien führten bei einem Menschen angeblich zum Tod.
deutsche presse agentur

Task-Force Lebensmittelsicherheit berichtet von Rattenkot und Schimmel

Wie die Zeitung berichtet, läge der Redaktion ein Gutachten der hessischen Task-Force Lebensmittelsicherheit vor, in dem von schrecklichen Zuständen die Rede ist. Dokumentiert seien stehende Pfützen, Rattenkot und Schimmel in der Produktion. Kritisiert wurden demnach außerdem fehlende Reinigungspläne und unzureichende Eigenkontrollen.

Untersuchungen von Bundes- und Landesbehörden hätten genetische Übereinstimmungen zwischen Keimen aus der Produktion mit den bei Erkrankten festgestellten Bakterien ergeben, das schreibt die „Welt am Sonntag“. Das betroffene Unternehmen soll auf eine Anfrage der Zeitung nicht reagiert haben.

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Das zuständige Amt, das den Betrieb hätte überprüfen müssen soll hingegen Fehler eingeräumt haben. Das Veterinäramt in Groß-Gerau habe den Betrieb zwei Jahre lang nicht mehr kontrolliert, heißt es. Und das, obwohl ein bis zwei Betriebsprüfungen pro Jahr vorgeschrieben seien. Grund dafür sei auch die Corona-Pandemie und die damit verbundene Umverteilung von Personal gewesen.

Die hessischen Behörden sollen dem Bericht zufolge Mitte Februar auf den aktuellen Lebensmittelskandal aufmerksam geworden sein. Sie hätten dem Betrieb das weitere Verarbeiten von Lebensmitteln untersagt. Allerdings beschreibe das Task-Force-Gutachten auch bauliche Mängel wie fehlende Hygieneschleusen und unzureichende Wasserabflüsse, die nicht erst kurzfristig entstanden sein können.

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Die Listeriose ist eine durch Bakterien (Listerien) ausgelöste Infektion . Häufige Symptome sind Gliederschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Sepsis (Blutvergiftung) oder zu einer Meningitis kommen.

Laut Robert Koch Institut schwanken die Fälle von Listeriose in Deutschland jährlich zwischen circa 300 und 600 Fällen. „Neben einer Vielzahl tierischer Lebensmittel wie Geflügel, Fleisch, Fleisch­er­zeug­nisse (z.B. Wurst), Fisch, Fischerzeugnisse (hauptsächlich Räucher­fisch), Milch und Milchprodukte (insbesondere Käse) werden Listerien nicht selten auch auf pflanzlichen Lebensmitteln, z.B. vorgeschnittenen Salaten, gefunden“, heißt es auf der Seite des „RKI“. (dky)