"Lebensbedrohlich niedriger Puls"

27 Tage ohne Nahrung - Klima-Aktivist hungert sich auf die Intensivstation

Henning Jeschke in der Berliner Charité nach seinem Hungerstreik.
Henning Jeschke in der Berliner Charité nach seinem Hungerstreik.
© Eckardt Pscheidl-Jescke

30. September 2021 - 10:32 Uhr

Ärzte besorgt

Nach 27 Tagen ohne Nahrung und 7 Stunden ohne Flüssigkeit musste Henning Jeschke seinen Hungerstreik beenden. Scholz hatte vorher mit dem Klimaaktivisten ein öffentliches Gespräch verabredet. Seit drei Tagen liegt der 21-jährige nun auf der Intensivstation.

Scholz beendet Hungerstreik am Samstag

Am Samstag hatte sich der Protest zugespitzt. Nach 27 Tagen ohne Nahrung verschärfte Henning Jeschke seinen Streik und kündigte an, auch auf Flüssigkeit zu verzichten. Ein Telefonat mit Olaf Scholz brachte dem Hungerstreik dann ein Ende. Der SPD-Kanzlerkandidat sicherte ein öffentliches Gespräch über die Klimapolitik innerhalb von vier Wochen zu. Die Klimaaktivisten feierten ihren Erfolg – und mussten ins Krankenhaus.

„Lebensbedrohlich niedriger Puls“

Henning Jeschke hat nun schon die dritte Nacht im Krankenhaus verbracht. "Ein lebensbedrohlich niedriger Puls hatte den Ärzten Sorge bereitet", teilte Pressesprecherin der Aktivisten mit. Am Samstag war der ausgehungerte 21-Jährige in der Notaufnahme der Berliner Charité aufgenommen worden. "Am Montag wurde Jeschke auf die Station für Kardiologie verlegt. Sein Körper und insbesondere sein Herz sind weiterhin sehr schwach und er befindet sich unter dauerhafter ärztlicher Beobachtung", so die Sprecherin.

Jeschke selbst äußerte sich auf Twitter heute optimistisch: "Mein Herz schlägt sehr langsam - wegen heruntergefahrenem Kreislauf. Aber es schlägt, rhythmisch und mit jedem Aufbautag wieder schneller."

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„Das Leben geht vor.“

Olaf Scholz äußerte sich bereits am Samstag erleichtert, dass die Streikenden wieder essen und trinken. "Das Leben geht vor", beteuerte der SPD-Spitzenkandidat. Zudem bekräftigte er sein Gesprächsangebot nach der Wahl.

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Jeschke wertete das Gesprächsangebot als Erfolg. Dennoch gebe es "immer noch keine Änderung daran, dass unser Kurs ein absolut hirnrissig Selbstmörderischer ist, der viele viele Menschen unverschuldet verrecken lässt", so der 21-Jährige auf Twitter. Er wolle in den nächsten Tagen weitere Schritte des Widerstands planen. (skn)