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Krieg in der Ukraine: Geflüchtete treffen am Frankfurter Hauptbahnhof ein

"Wir wissen nicht, was auf uns zukommt."

Geflüchtete aus der Ukraine treffen am Frankfurter Hauptbahnhof ein

01.03.2022, Hessen, Frankfurt/Main: Eine Frau geht mit ihrem Jungen an der Hand über den Bahnsteig. Sie kam mit einem Zug aus der Ukraine und wurde am Hauptbahnhof von Helfern in Empfang genommen. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
15 bis 20 Geflüchtete aus der Ukraine erreichten den Frankfurter Hauptbahnhof.
brx fdt, dpa, Boris Roessler

"Wir wissen nicht, was auf uns zukommt."

Rund 50 Flüchtlinge aus der Ukraine wurden am Dienstagnachmittag am Frankfurter Hauptbahnhof erwartet - tatsächlich stiegen aber nur 15 bis 20 Menschen aus dem Zug, die sich als Geflüchtete zu erkennen gaben. Sie wurden von Mitarbeitern des Jugend- und Sozialamts, des Gesundheitsamts, der Bundespolizei und der Bahnhofsmission erwartet. "Wir wissen selbst nicht, was auf uns zukommt", sagte eine Sprecherin des Sozialdezernats. "Es ist eine sich ständig verändernde Situation."

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fru wst chs, dpa, Frank Rumpenhorst

Schnelle, unbürokratische Hilfe

Die städtischen Behörden hätten erst zwei Stunden vor Ankunft des Zuges erfahren, dass Flüchtlinge aus der Ukraine zu erwarten seien, hieß es. Da die meisten mit einem Touristenvisum eingereist seien, hätten sie keinen rechtlichen Anspruch auf Unterkunft und Leistungen. Über den rechtlichen Status von Flüchtlingen aus der Ukraine hat die Stadt noch keine Informationen von Land und Bund.

"Ich werde in Frankfurt niemanden wegschicken oder wegen einer unklaren Rechtslage Hilfen verweigern", sagt Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne). "Wir haben schnell und unbürokratisch eine Frankfurter Lösung geschaffen - wir statten die Menschen übergangsweise mit einem Not-Krankenschein aus und sichern ihren Lebensunterhalt über Stiftungsmittel."

01.03.2022, Hessen, Frankfurt/Main: Ein Junge steht auf dem Bahnsteig. Er kam zusammen mit seiner Mutter in einem Zug aus der Ukraine und wurde am Hauptbahnhof von Helfern in Empfang genommen. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Unter anderem kam eine Frau mit einem Jungen in Frankfurt an.
brx fdt, dpa, Boris Roessler

Frau mit Kind und mehrere Studenten eingetroffen

Ein russischsprachiger Bahnmitarbeiter rief Flüchtlinge aus der Ukraine auf, sich am Ankunftsgleis bei den Vertretern der Stadt zu melden, doch unter denen, die sich meldeten, waren nur wenige Ukrainer wie eine Frau mit einem etwa zehn Jahre alten Jungen und einer großen Reisetasche, die erleichtert über das vorläufige Ende einer langen Reise wirkte. Bei dem größeren Teil der Ankömmlinge handelte es sich um junge Männer aus Drittstaaten, die nach eigenen Angaben in Kiew studiert hatten.

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Bereits seit dem Wochenende hatten sich einzelne Reisende aus der Ukraine bei der Bundespolizei oder der Bahnhofsmission gemeldet, die überwiegend bei Freunden oder Verwandten in Frankfurt und Umgebung unterkommen wollten. Die Lage könne sich aber von Tag zu Tag ändern, hieß es. Schätzungen, wie viele Menschen aus der Ukraine wann nach Frankfurt kommen könnten, sind nach Angaben der Stadt schwierig.

(dpa)