Kostenfalle Kronen, Brücken & Co.

Geld sparen beim Zahnarzt: So geht's!

Vor allem Zahnersatz geht ordentlich ins Geld - doch mit diesen Tipps holen Sie das meiste raus.
© picture-alliance/ dpa/dpaweb, Patrick Pleul

30. September 2020 - 10:48 Uhr

Höhere Zuzahlungen ab Oktober

Die gute Nachricht: Wer gesetzlich versichert ist, erhält ab Oktober 2020 höhere Zuschüsse für Implantate, Brücken und Kronen. Allerdings bleibt Zahnersatz nach wie vor eine kostenintensive Sache, deren Preis viele Patienten schlucken lässt. Worauf Sie achten sollten, um so viel Geld wie möglich zu sparen, erklären wir hier.

Bonusheft: Kleiner Stempel, große Wirkung

Ab dem 1. Oktober 2020 erhalten Kassenpatienten höhere Zuschüsse für Zahnersatzleistungen von der Krankenkasse. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Bonusheft: Denn wer seine Zahnarztbesuche regelmäßig darin eintragen lässt, zahlt prinzipiell weniger drauf. Kann man fünf Stempel vorweisen, bekommt man zukünftig 70 Prozent erstattet: bei zehn Stempeln sind es sogar 75 Prozent. Doch auch ohne Bonus zahlt die Kasse ab dem neuen Quartal 60 Prozent.

Heil- und Kostenplan genau prüfen

Bei einem notwendigen Zahnersatz müssen Patienten in der Regel einen Teil der Kosten selbst tragen. Aus dem Heil- und Kostenplan können die Patienten herauslesen, wie hoch dieser Eigenanteil ist. Das ist jedoch in der Praxis oft gar nicht so einfach, wie Stiftung Warentest schreibt. Auch Missverständnisse in der Kommunikation mit dem Zahnarzt können dazu führen, dass Patienten von den endgültigen Kosten überrascht werden. Damit das nicht passiert, sollte man sich im Vorhinein gut informieren.

Der Zahnarzt erstellt zunächst einen Heil- und Kostenplan für den Patienten. Dieser enthält den Behandlungsplan und die voraussichtlichen Kosten. Das heißt, dass der endgültig zu zahlende Betrag davon abweichen kann, wenn sich während der Zahnarztbesuche weitere notwendige Behandlungsschritte ergeben.

Patienten sollten sich daher vor einer Unterschrift beim Behandler unbedingt über die Notwendigkeit der einzelnen Schritte und eventuelle Alternativen dazu informieren. Zur Not kann auch eine unabhängige Zweitmeinung durch einen anderen Zahnarzt eingeholt werden. Diese ist kostenlos. Erst dann wird der Heil- und Kostenplan unterschrieben und an die Krankenkasse geschickt. Die Behandlung sollte erst nach der Genehmigung beginnen, damit gewährleistet ist, dass die Krankenkasse ihren Anteil auch bezahlt. Ein halbes Jahr haben Patienten im Anschluss an die Genehmigung Zeit, mit der Behandlung zu beginnen.

Zahnzusatzversicherung: Wann sie sich lohnt

Mit einer Zahnzusatzversicherung kann der Eigenanteil noch weiter gesenkt werden. Sie lohnt sich vor allem für jene, die sich nicht mit der Standardleistung der Krankenkasse zufriedengeben möchten. Wer zum Beispiel anstatt einer Metallkrone lieber einen Keramikersatz haben möchte, sollte über eine zusätzliche Versicherung nachdenken.

Achtung: Der Abschluss der Zahnzusatzversicherung sollte noch zu einem Zeitpunkt erfolgen, an dem die Zähne einigermaßen gesund sind. Ein gutes Alter dafür liegt daher bei 30 bis 40 Jahren. Bei bereits vorhandenen Schäden an den Zähnen zahlen die Versicherer meistens nicht.

Welche Zahnzusatzversicherungen sich hinsichtlich des Preis-Leistungsverhältnisses lohnen, erfahren Sie hier.