Serbische Armee in höchster Alarmbereitschaft

Kosovo: Militante Serben errichten Barrikaden in geteilter Stadt Mitrovica

dpatopbilder - 27.12.2022, Kosovo, Mitrovica: Ein Mann geht an einer Barrikade aus mit Steinen beladenen Lastwagen vorbei, die in der Nacht auf einer Straße im nördlichen, serbisch dominierten Teil der ethnisch geteilten Stadt Mitrovica errichtet wur
Ein Mann geht an einer Barrikade aus mit Steinen beladenen Lastwagen vorbei, die in der Nacht auf einer Straße im nördlichen, serbisch dominierten Teil der ethnisch geteilten Stadt Mitrovica errichtet wurde. Militante Serben haben erstmals im Zuge der gegenwärtigen Spannungen im Kosovo eine Barrikade im Norden der geteilten Stadt Mitrovica errichtet.
nwi, dpa, Bojan Slavkovic

Mit großer Sorge blickt Europa gerade auf den Kosovo. Denn dort spitzt sich die Lage zwischen Serben und albanischen Kosovaren immer weiter zu. In der ethnisch geteilten Stadt Mitrovica haben jetzt militante Serben, die den Kosovo als Staat nicht anerkennen, Verkehrswege blockiert.

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Serbien reagiert auf Unruhe im Kosovo: Streitkräfte in erhöhter Alarmbereitschaft

Mehrere Lastwagen, die mit Steinen und Sand beladen sind, versperren seit Dienstagfrüh einen der Zugänge zu einem von Bosniaken bewohnten Viertel, berichtete das in der Stadt ansässige serbischsprachige Nachrichtenportal „kossev.info“. „Es gibt keinen Grund zur Panik, aber es gibt Grund zur Besorgnis", hatte das Verteidigungsministerium in Belgrad erklärt. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic versetzte im Zusammenhang mit den Spannungen am Montagabend die serbischen Streitkräfte erneut in erhöhte Alarmbereitschaft.

Das heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Kosovo hatte früher zu Serbien gehört und ist seit 2008 unabhängig. Serbien findet sich damit nicht ab und beansprucht das Territorium des Landes für sich. Das Gebiet um Nord-Mitrovica wird fast ausschließlich von ethnischen Serben bewohnt und grenzt direkt an Serbien. In dem Gebiet leben aber auch Albaner und Bosniaken.

Members of the Italian Armed Forces, part of the NATO peacekeepers mission in Kosovo, stand guard, as local Serbs protest against the government near a roadblock in Rudare, near the northern part of the ethnically-divided town of Mitrovica, Kosovo, D
Angehörige der italienischen Streitkräfte, die Teil der NATO-Friedenstruppe im Kosovo sind, stehen Wache, während einheimische Serben in der Nähe einer Straßensperre in Rudare gegen die Regierung protestieren. REUTERS/Florion Goga
REUTERS, FLORION GOGA

Militante Serben blockieren seit 18 Tagen in den Dörfern nördlich von Nord-Mitrovica die zu den Grenzübergängen nach Serbien führenden Straßen. Mit den Barrikaden protestieren sie gegen die Verhaftung eines serbischstämmigen ehemaligen Beamten der Kosovo-Polizei, der nach Darstellung der kosovarischen Behörden Angriffe auf Beamte der Wahlkommission angeführt hatte.

Die Regierung in Belgrad unterstützt die militanten Serben im Nord-Kosovo, die sich zumeist aus kriminellen und geheimdienstlichen Milieus rekrutieren. Über diese informellen Strukturen heizt Vucic immer wieder die Spannungen im Kosovo an. In den letzten fünf Jahren hatte er die serbischen Streitkräfte sechs Mal in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Dies blieb in allen Fällen folgenlos. Für die Sicherheit im gesamten Kosovo garantiert seit 1999 die Nato-geführte Schutztruppe KFOR. (kra mit dpa; Reuters)