Wie eine Corona-Infektion die Einstellung zur Impfpflicht geändert hat....

„Ich will mir gar nicht vorstellen, was wäre, wenn ich nicht geimpft gewesen wäre“

Der Karnevalsauftakt in Köln könnte sich noch als Super-Spreader-Event entpuppen.
Der Karnevalsauftakt in Köln könnte sich noch als Super-Spreader-Event entpuppen.
© dpa, Thomas Banneyer, ve

24. November 2021 - 9:56 Uhr

Der Tag des Corona-Grauens

von Simon Steioff

Die Coronazahlen rasen dieser Tage in bislang ungeahnte Höhen. Jeden Tag ein neuer Allzeit-Rekord. Ein Grund für die steigenden Zahlen könnte zumindest regional ein Datum sein, das nun ziemlich genau zwei Wochen zurückliegt. Und: Schon vor dem 11.11. war im Prinzip klar, dass der Tag das Coronavirus wieder explodieren lassen würde. Auch unser Autor war dabei und hat mitgefeiert. Er bekam Corona und denkt jetzt völlig anders über eine Impfpflicht als noch vor der Erkrankung...

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Wie die deutsche Politik versagte

Eins vorweg: Es war sicher nicht die beste Entscheidung meines Lebens am 11.11. den Karnevalsbeginn in Köln zu feiern. Aber die Sehnsucht für einen Fassenachter und Karnevalisten wie mich war einfach zu groß, nachdem die Session 2020/21 komplett ausgefallen war. Und wir taten ja auch rechtlich nichts Verbotenes. Denn: Stand 11.11.2021 durften Geimpfte und Genesene sowohl zu Tausenden auf den großen Plätzen der Stadt, als auch dicht gedrängt in den Kneipen und Bars feiern. Überall galt 2G und das wurde auch kontrolliert.

Dass aber auch geimpfte Jecken das Virus übertragen können, war ebenfalls am 11.11.2021 klar. Trotzdem zögerten die verantwortlichen Politiker in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bei einem Verbot der Veranstaltungen.

Die Folgen der 2G-Feierei: Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Fieber - trotz Impfung

Und das sollte sich auch für mich bitter rächen. Denn bereits am darauf folgenden Wochenende streckte mich das Virus mit aller Kraft nieder. Mit Schüttelfrost, Druckkopfschmerzen und Fieber lag ich mehrere Tage fast bewegungsunfähig im Bett.

Jetzt mag der ein oder andere sagen, das seien doch nur harmlose Erkältungssymptome. Ja, das stimmt. Aber ich will mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn ich nicht geimpft gewesen wäre. Denn wer schon einmal über mehrere Tage mit heftigen Kopfschmerzen und Fieber im Bett gelegen hat, weiß, wie das zermürbt.

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Impfpflicht? Auf jeden Fall!

Gott sei Dank hielten die Symptome bei mir nur wenige Tage an und so bin ich schon zehn Tage nach der Infektion quasi wieder genesen. Aber was heißt das nun in der Konsequenz? Müssen Geimpfte nun genauso wie im vergangenen Jahr zu Hause bleiben, obwohl sie ihren Dienst für die Gemeinschaft schon geleistet haben?

Ich finde: Nein, es kann nicht sein, dass Geimpfte auf jegliche Geselligkeit verzichten müssen, nur weil sich einige Wenige gegen einen Impfstoff wehren, der ausreichend erprobt und getestet wurde. Ja, das wurde er. Denn trotz kurzer Laufzeit ist die Testgruppe ähnlich groß, wie bei anderen Medikamenten auch.

"Notfalls mit hohen Strafen zwingen"

Vor meiner Corona-Infektion stand ich noch auf dem Standpunkt: Eine Impfung ist die Entscheidung eines jeden Einzelnen. Schließlich ist jeder seines eigenen Glückes Schmied. Inzwischen habe ich meine Meinung aber geändert. Denn wie lange soll diese Pandemie eigentlich noch dauern? Wie viele Karnevalssessionen sollen wegen einiger Weniger noch ausfallen? Wie viele Hochzeiten nicht groß gefeiert werden? Wie viele – ach die Liste der wieder abzusagenden Veranstaltungen ist riesig.

Deshalb: Wenn die aktuellen Schlangen an den Impfzentren in Deutschland wieder kürzer werden, muss eine Impfpflicht her! Dabei darf es natürlich Ausnahmen für chronisch Kranke und andere geben, für die nachweislich ein erhöhtes Risiko einer Nebenwirkung besteht. Alle anderen müssen notfalls mit empfindlichen Strafen zu ihrem Glück gezwungen werden. Zum Wohle aller.

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