Kommentar von RTL-Moderatorin Eva Imhof

"Meine Töchter in den sozialen Netzwerken? Eine Albtraum-Vorstellung!"

Eva Imhof hat Bammel vor dem Moment, in dem ihre Töchter in den sozialen Netzwerken aktiv werden.
© Eva Imhof, privat, RTL

13. Februar 2020 - 16:15 Uhr

Heidi Klums Tochter Leni (15) ist jetzt bei Instagram

Manchmal habe ich das Gefühl, ich sei verrückt. Also ernsthaft jetzt. Als ich gestern bei unserer Sendung "RTL exclusiv" gesehen habe, dass Leni Klum (15) nun ihren eigenen Instagram-Account hat, habe ich sie sofort abonniert. Gleichzeitig ist es eine meiner absoluten Albträume, dass meine siebenjährigen Zwillingstöchter auf die Idee kommen könnten, eigene Accounts bei Instagram haben zu wollen. Und das, obwohl ich mich selbst sehr gerne auf Instagram präsentiere – im Zweifel sogar halb nackig! Sie sehen also, meine Einstellung zu Instagram ist sehr zwiegespalten.

Social-Media-Thema noch von den Kids fernhalten

Was meine Töchter und deren Mediennutzung angeht, bin ich eher streng. Für mich ist es absolut okay, wenn sie nach einem langen Schultag oder am Wochenende auch mal länger Fernsehen schauen. Wobei wir natürlich stets im Auge haben, was da geschaut wird. Sie haben inzwischen beide auch ein Tablet. Was deren Nutzung angeht, bin ich schon deutlich strenger. Die dürfen nur auf längeren Autofahrten in Betrieb genommen werden. Und ich kriege schon die Krise, wenn sie mit Tunnelblick auf den Bildschirm starren und ich kaum eine Chance habe, zu ihnen durchzudringen.

Und es kommen jetzt schon so Fragen wie: "Die Marie hat schon ein Handy. Wann kriegen wir eins?" Darauf antworte ich stets: "Das hat noch Zeit. Mal sehen, vielleicht mit 10 oder so." Und überhaupt versuche ich das Social-Media-Thema noch fernzuhalten, auch wenn sie natürlich mitkriegen, dass Mama Fotos für Instagram macht. Ganz abgesehen davon binde ich meine Mädels auch gerne in meine Insta-Stories ein, habe ja sogar ein Buch über die ersten drei Jahre mit Zwillingen geschrieben und unseren Familienalltag bis vor einem Jahr sogar bei YouTube begleitet.

„Mama, ich will wieder mit dir Instagram machen!“

Eva Imhof
Die eigenen Kinder tanzen bei TikTok rum? Davor hat Eva Imhof echt Bammel. Auf der anderen Seite: Man will die Kinder auch nicht ewig wie eine Glucke umkreisen.
© Eva Imhof, privat, RTL

Aber dann kam ein Bruch! Mit dem Schulstart habe ich nämlich gemerkt, dass ich es nicht mehr okay finde, das Leben meiner Kinder derart öffentlich zu begleiten. Zwar habe ich sie bereits zu diesem Zeitpunkt nur noch von hinten oder im Profil gezeigt - aber trotzdem: Wenn man Eltern wird, dann schlägt man sich kollektiv erstmal mit den gleichen Problemen der Babys rum und ich finde es toll, wenn man sich über die Sozialen Medien dazu austauschen kann.

Doch irgendwann ist Schluss damit! Meine Töchter sind mittlerweile sehr verschieden, haben ganz eigene Interessen und ich weiß, dass sie nicht wollen würden, dass ich beispielsweise über ihre Hobbys, schulischen Leistungen und so weiter berichte. Und das respektiere ich. Trotzdem geben sie gerne Sätze von sich wie: "Mama, ich will wieder mit dir Instagram machen!"

Irgendwann kann man die Kinder nicht mehr wie eine Glucke umkreisen

Und deshalb kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sie in absehbarer Zeit ankommen und meinen, sie müssten jetzt bei TikTok rumtanzen oder ihre eigenen Inhalte auf Instagram posten. Und davor habe ich echt Schiss! Denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man über eine gewisse Coolness verfügen muss, um mit einigen Reaktionen entsprechend umzugehen. Und dass solche Plattformen natürlich auch ein weites Feld für Pädophile bieten.

Nun ist Leni Klum ja mittlerweile immerhin schon 15 Jahre alt und hat neben ihrer medienkompetenten Mutter garantiert einige Leute um sich, die sie schützen. Und ich könnte mir vorstellen, dass Mama Heidi ganz genau kontrolliert, was der Nachwuchs da treibt. Irgendwann kann man die Kleinen eben auch nicht mehr ständig wie eine Glucke umkreisen! Als ich beispielsweise 15 Jahre alt war, gab es noch kein Social Media, aber wenn es das gegeben hätte, dann wäre ich bestimmt eines der ersten Girls gewesen, die sich da bauchfrei präsentiert hätten.

Instagram: Alter wird zwar abgefragt, die Angabe jedoch nicht überprüft

Rein rechtlich gesehen ist es aktuell so, dass durch die europäische Datenschutzbestimmung EU-DSGVO das Mindestnutzungsalter bei sozialen Netzwerken, Videoplattformen und Messenger-Diensten eine große Rolle spielt. Unter der Bezeichnung "Besonderer Schutz der Daten von Kindern" ist in der Datenschutzverordnung angegeben, dass Kinder "bei ihren personenbezogenen Daten besonderen Schutz" verdienen. Begründung: Kinder sind sich der "Risiken, Folgen und Garantien und ihrer Rechte bei der Verarbeitung personenbezogener Daten möglicherweise weniger bewusst".

Für Instagram wird ein Mindestalter von 13 Jahren vorgeschrieben. Hinweise, dass eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten vorliegen muss, gibt es in den AGB allerdings nicht. Und beim Anlegen eines neuen Instagram-Profils wird das Alter zwar abgefragt, die Angabe jedoch nicht überprüft.

Vielleicht sind Instagram & Co. ja bald mega-out!?

Was bedeutet das für mich und meine Kids?! Wenn meine Töchter in ein paar Jahren ein eigenes Profil haben wollen, dann werde ich das wohl erlauben. Allerdings werde ich jeden Post kontrollieren und hoffen, dass unser Verhältnis auch in der Pubertät so liebe- und vertrauensvoll bleibt, wie es derzeit der Fall ist. Dann mache ich mir keine Sorgen, dass wir das nicht gewuppt kriegen. Und ganz ehrlich: Wer weiß, ob es dann diesen ganzen Social-Media-Kram überhaupt noch gibt?! Vielleicht sind Instagram und Co. dann ja mega-out und wir alle besinnen uns wieder auf das, was wirklich zählt im Leben: Die Menschen um uns herum und die Magie, die nur durch echtes Leben entstehen kann – und zwar offline!

Alles Liebe,

Ihre Eva Imhof