Nach hitziger Diskussion bei „Bachelor in Paradise"

Eva Imhof: „Kinderfotos im Netz zeigen? Ich sag´ JEIN!"

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30. Oktober 2019 - 19:05 Uhr

RTL-Moderatorin Eva Imhof ist Mama von Zwillingen

Ob man die eigenen Kinder bei Instagram, Facebook & Co. zeigt - dieses Thema wird auch unter den "Bachelor in Paradise"-Kandidaten Aurelio und Samantha heiß diskutiert. Sie zeigt ihren Sohn offen im Netz, er findet's unverantwortlich. Aber gibt es da richtig und falsch? Für Eva Imhof nicht. Die RTL-Moderatorin hat sich für einen Mittelweg entschieden - und erklärt uns in ihrer Kolumne warum.

Elternkolumne von Eva Imhof

Das Thema "sollte man Kinder bei Instagram offen zeigen?" gehört zunächst einmal für mich in die Kategorie der am heißesten diskutierten Themen überhaupt, ähnlich wie "Stillen oder nicht?!" oder "Kaiserschnitt – ja oder nein!?" Nun musste ich sehr schmunzeln als bei "Bachelor in Paradise" "der Mann Aurelio" seiner Auserkorenen Sam vorwirft, dass sie ihren Sohn offen im Netz zeigt. Im ersten Moment dachte ich: "Na, möchte der Knabe vielleicht einfach von seinem eigenen Insta-Profil ablenken?"

Wobei "Knabe" bei einem Mann wie Aurelio natürlich die völligst falsche Bezeichnung ist. Ganz abgesehen davon, was man von ihm hält: Der sieht schon hot aus, oder?! Aber ich persönlich fände es nicht so geil, wenn mein potentieller Lover bzw. Freund halbnackte Fotos von sich postet und den "Ladies" einen "sexy Sonntag" wünscht. Nun denn, das ist natürlich sein Ding und ehe ich vom Thema abschweife, komme ich doch lieber mal auf den Punkt.

Anfangs hat Eva Imhof ihre Zwillinge offen gezeigt

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als mein Mann und ich bei Youtube ein Video hochgeladen haben mit den ersten Schritten unserer Tochter Luisa. Wie stolz ich war, dass dieses 19-monatige Wesen endlich mal läuft! Und soooo niedlich! Das war 2014 und damals haben wir sehr enthusiastisch angefangen, zweimal pro Woche Videos aus unserem kunterbunten Familienalltag mit Zwillingen hochzuladen. Ich kann es also zu hundertprozentig nachvollziehen, wenn Familien solche "Vlogs" machen und ihr Glück mit der ganzen Welt teilen möchten.

Anfangs haben wir unsere Töchter gezeigt und sind damit vor allem im Freundeskreis auf Kritik gestoßen. Sätze wie "die armen Kinder" oder "denkt doch mal dran, was Pädophile alles damit anstellen können?!" wurden uns nur so um die Ohren gehauen. Ganz ehrlich: Grundsätzlich hat sich die Welt gewandelt.

Und die heutige, maßgeblich durch Social Media geprägte, Zeit lässt sich schlecht vergleichen mit den 90ern, als Kinderfotos noch mit Fotoapparaten gemacht wurden. Damals wurden stolz Fotoalben im Freundeskreis herumgereicht. Was damals das Fotoalbum, ist eben heute Instagram. Und man hat nicht mehr nur noch eine handvoll richtiger Freunde, sondern im Zweifel hunderte oder gar tausende virtuelle "Freunde".

Das Problem: Anonymität im Netz

Der große Haken ist natürlich, dass sich in der Anonymität des Netzes nicht mehr so einfach ausmachen lässt, wer von diesen Menschen im Zweifel nicht ganz sauber tickt oder anfängt, mit lustigen Babyfotos irgendwelches Schindluder zu betreiben.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man bei jedem Foto, was man von sich und/oder von seinen Kindern ins Netz stellt, genau überlegen sollte, warum man das macht – oder im Zweifel eben lieber nicht macht.

Für Eva Imhof sind Frontalaufnahmen tabu

Als unsere Töchter letztes Jahr in die Schule kamen, haben wir beispielsweise unseren Youtube-Kanal radikal ausgemistet und laden nur noch sehr selten ein Video hoch. Mittlerweile sind dort nur noch wenige Filme, zum Beispiel über unsere Camping-Reisen nach Schweden. Da haben wir das Gefühl, dass diese Videos einfach eine tolle Inspiration sind für Menschen, die auch so einen Urlaub planen wollen. Und wir filmen unsere Kinder von oben oder maximal von der Seite – Frontalaufnahmen sind tabu.

Bei Instagram gehe ich ähnlich vor und zeige sie maximal im Profil. Das liegt in erster Linie daran, dass ich bei meinen Kindern keinen Druck aufbauen möchte. Ich möchte nicht, dass sie schon so früh das Gefühl vermittelt bekommen, sie müssten irgendwie "performen" oder sich für Bilder schick machen. Wenn Kinder kleiner sind, kriegen sie das ja im Zweifel alles nicht so mit.

Badehosen- oder Nacktfotos haben bei Social Media nichts zu suchen

Aber ganz ehrlich: Natürlich juckt es mich manchmal in den Fingern und ich würde gern zeigen, wie süß und knuffig die beiden sind! Für mich kommt es immer auf das Motiv an. Warum Mütter beispielsweise ihre Kinder als Lolitas inszenieren und ihre nicht mal zehnjährigen Töchter geschminkt und in Erwachsenenklamotten bei Instagram zeigen, bleibt mir schleierhaft. Das geht gar nicht! Genau so wie Bikini-, Badehosen- oder gar Nackidei-Fotos: Das hat für mich bei Social Media einfach nichts zu suchen.

Ansonsten sehe ich es nicht so streng: Wichtig ist, dass sich alle Beteiligten damit wohlfühlen! Auch die Kinder!

Darum zeigt Nina Bott ihre Kinder offen im Netz

RTL-Moderatorin Nina Bott hat sich entschieden, ihre Kinder ganz offen bei Social Media zu zeigen. Warum sie das macht und worüber sie sich viel mehr Sorgen macht, erzählt sie hier.