Sie hatten das Babyglück gerade verkündet

Staatsanwalt in den Flitterwochen erschossen - Schwangere Frau muss zusehen

Claudia Aguilera und Marcelo Pecci hatten gerade ihr Babyglück verkündet - da erschossen Unbekannte Pecci.
Claudia Aguilera und Marcelo Pecci hatten gerade ihr Babyglück verkündet - da erschossen Unbekannte Pecci.
© Instagram / Claudia Aguilera Quintana

14. Mai 2022 - 10:28 Uhr

Gerade noch hatten Marcelo Pecci und seine Frau auf Instagram ein Bild von Babyschühchen gepostet. Nur kurze Zeit später ist der Vater des kommenden Erdenbürgers tot. Hingerichtet durch zwei Schüsse, einer ins Gesicht, der andere in den Rücken. Mutmaßlich von Tätern, die im Auftrag von Drogenkartellen arbeiteten. Denn das Opfer, Marcelo Pecci, war Staatsanwalt in Paraguay und ermittelte im Drogenmilieu.

Hinrichtung vor Augen der Frau

Er und seine Frau, die Journalistin Claudia Aguilera, wollten schöne Flitterwochen verbringen. In Kolumbien, am Strand der Küstenstadt Cartagena. Gerade hatte das Pärchen die gute Nachricht verkündet: "Das beste Hochzeitsgeschenk ist es … das Leben näher an das wohl schönste Zeugnis der Liebe zu bringen." Doch dann wurde Marcelo vor den Augen seiner Verlobten hingerichtet, berichtet unter anderem die "Daily Mail".

Aguilera sagte später zu den Behörden, dass zwei Männer auf sie zugekommen seien, kein Wort sagten, sondern einfach auf Marcelo schossen. In einem Video ist zu sehen, wie dramatisch die Momente nach den Schüssen waren. Menschen stehen um den getöteten Staatsanwalt, eine Frau ist zu hören, die schreit. In einer anderen Aufnahme kniet Aguilera immer noch im Bikini vor der Leiche ihres Ehemanns, die mit einem Tuch bedeckt ist.

Später realisiert: Es war ein Mord

Im Verlaufe des Donnerstags (12. Mai) kam ein weiteres Video an die Öffentlichkeit. Es zeigt einen der Verdächtigen, wie er gerade einen Verleihshop für Jetskis verlässt. Der Besitzer des Ladens war auf den Mann aufmerksam geworden, nachdem dieser gerade einmal 15 Minuten nach der Ausleihe des Jetskis zurück in den Laden kommt, um das Gefährt wieder abzugeben. Dabei hätte er damit 30 Minuten unterwegs sein dürften.

"Ungefähr zehn Minuten später erhielten wir vom Decameron Hotel (das Hotel, zu dem der Strand gehört, Anm. d. Red.), dass es einen Verletzten bei einem Zwischenfall mit einem Jetski gegeben habe. Wir dachten in dem Moment, die Person wäre überfahren worden, aber später haben wir realisiert, dass es ein Mord war."

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Claudia Aguilera beugt sich über ihren erschossenen Ehemann.
Claudia Aguilera beugt sich über ihren erschossenen Ehemann.
© Twitter / Ivan Paez

Hohe Belohnung ausgesetzt

Die kolumbianischen Behörden haben nun eine Belohnung ausgeschrieben: zwei Millionen Pesos – ungefähr 470.000 Euro. Wer einen zweckdienlichen Hinweis auf die Männer geben kann, soll das Geld bekommen.

Der Polizeichef, General Jorge Luis Vargas sagte, dass der Mord wahrscheinlich mit Ermittlungen des Staatsanwalts zu tun habe, die sich mit Geldwäsche und Drogenhandel in Paraguay auseinandersetzten. "Wir reden hier über ein transnationales kriminelles System, genau geplant, in das vermutlich eine Menge Geld geflossen ist, um den Mord auszuführen."

Die Behörden in Kolumbien suchen nun nach diesen beiden Männern.
Die Behörden in Kolumbien suchen nun nach diesen beiden Männern.
© Twitter / General Jorge Luis Vargas Valencia

Wenige Menschen wussten über Flitterwochen-Ziel Bescheid

Es sollen nur wenige Leute gewusst haben, wohin das Paar verreiste. "Wir werden nicht aufhören, ehe wir herausgefunden haben, wer für diese Tat verantwortlich ist, direkt und indirekt", sagt Nimio Cardozo, ein hochrangiger Mitarbeiter der Polizei Paraguays. Die ermittelt nun zusammen mit US-amerikanischen Drogenfahndern und Bundesagenten (eon)