Seit einem Unfall hat Dieter K. grausame Schmerzen

Mann (60) kriegt Nägel nur unter Vollnarkose geschnitten

Mann (60) kriegt Nägel nur unter Vollnarkose geschnitten Seit einem Unfall hat Dieter K. grausame Schmerzen
02:46 min
Seit einem Unfall hat Dieter K. grausame Schmerzen
Mann (60) kriegt Nägel nur unter Vollnarkose geschnitten

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Selbst das Händewaschen ist eine Qual

Brötchen schmieren, Hände waschen – was für die meisten Menschen Routine ist, wird für Dieter K. (60) jedes Mal zur Qual. Ein Unfall vor knapp vier Jahren hat das Leben des Straßenbahnfahrers für immer verändert: Ein Auto krachte in seine Bahn, der 60-Jährige wurde schwer an der linken Hand verletzt. Dieter K. kann sie kaum noch bewegen, und die Schmerzen sind so stark, dass seine Fingernägel unter Vollnarkose geschnitten werden müssen. Mehr dazu im Video.

Straßenbahn-Unfall in Köln veränderte Dieter K.s Leben

"Ich kann keinen Hobbys mehr nachgehen, die ich gemacht habe – ob es Kegeln war oder Squash spielen", erzählt Dieter K. "Seit dem Unfall hat sich mein Leben um 100 Prozent geändert."

Im November 2017 steuert Dieter K. eine Bahn der Linie 4 durch Köln. "Eine Stunde vor Feierabend habe ich an der ‘Koelnmesse’ ein Auto links abbiegen sehen und dann die Gefahrenbremse zurückgezogen", erinnert sich der 60-Jährige. "Aber ich konnte den Unfall leider nicht mehr verhindern."

Straßenbahnfahrer aus Köln bekam CRPS (Morbus Sudeck)

Straßenbahnfahrer leidet nach  Unfall unter CRPS
Seit dem Unfall kämpft Dieter K. gegen starke Schmerzen, seine linke Hand ist dauerhaft geschwollen.
RTL

Als er die Notbremse zieht, überdehnt Dieter K. seinen Daumen. Das Auto kracht in die Straßenbahn. Die Autofahrerin wird leicht verletzt, für den Straßenbahnfahrer beginnt die Qual erst in den folgenden Wochen. Er spürt starke Schmerzen in der Hand, die extrem anschwillt und geschwollen bleibt.

Im April 2018 bekommt Dieter K. die Diagnose CRPS, auch Morbus Sudeck genannt. Etwa fünf von 100.000 Menschen leiden unter der seltenen Krankheit. Dabei kommt es nach einer Verletzung zu dauerhaften Schmerzen im Bereich der Wunde. "Ich kann die aufplatzende, rissige Haut trotz schwerster Schmerzmittel nicht einmal eincremen. Wasser drüberlaufen lassen geht nicht, das halte ich nicht aus", erklärt Dieter K.

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Nägel werden unter Vollnarkose geschnitten

Eine dreimonatige Reha bringt dem ehemaligen Straßenbahnfahrer nichts, die Schmerzen werden noch schlimmer. "Seitdem habe ich 115 Tage in Krankenhäusern und in der Reha verbracht", erzählt der 60-Jährige. Zwar kann die Krankheit in Einzelfällen geheilt werden – vor allem, wenn sie früh erkannt wird. Doch für Dieter K. stehen die Chancen nach Ansicht der Ärzte schlecht. Alle zwei Monate muss er ins Krankenhaus zur Handreinigung und zum Nägelschneiden. Unter Vollnarkose, weil er die Prozedur sonst nicht ertragen könnte.

60-Jähriger klagt gegen Versicherung

Der 60-Jährige kämpft nicht nur gegen die Schmerzen, sondern auch gegen die Versicherung. Die hat ihn zwar mit 50.000 Euro entschädigt, bezweifelt aber, dass der Unfall der Auslöser für K.s Krankheit war. Jetzt klagt Dieter K. gegen die Versicherung, weil er mehr Geld will. Denn die Kosten sind enorm: Der Straßenbahnfahrer musste nach dem Unfall sein Haus umbauen und sich ein neues Auto kaufen, weil er das alte nicht einhändig lenken kann.

Geld kann Dieter K.s Krankheit nicht heilen und die Schmerzen nicht lindern. Aber der 60-Jährige will verhindern, dass zu den gesundheitlichen Sorgen auch noch finanzielle kommen. (bst)