Vermisstes Tier eingefangen

Giftige Korallenschlange ausgebüxt: Mehrfamilienhaus in Köln geräumt

17. Februar 2021 - 10:39 Uhr

Feuerwehr konnte Giftschlange einfangen

Schlangenalarm in Köln: In einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Klettenberg ist eine giftige Schlange aus ihrem Terrarium entwischt und war spurlos verschwunden. Der Besitzer rief am frühen Morgen die Feuerwehr, daraufhin mussten alle Bewohner des Zehn-Parteien-Hauses ihre Wohnungen verlassen. Am Montagabend meldete die Feuerwehr Köln Erfolg: Die Schlange ist eingefangen.

Schlange befindet sich wahrscheinlich noch in der Wohnung

Die Schlange sei in der Mietwohnung des Besitzers auf dem Weg zu einer Futterfalle geschnappt worden, sagte am Montagabend ein Sprecher der Stadt. Es gehe ihr gut. Die Bewohner des Zehn-Parteien-Hauses hätten die Nachricht erhalten, dass sie wieder in ihre Wohnungen zurückkehren könnten.

Der Schlangenbesitzer hatte bemerkt, dass seine Korallenschlange verschwunden war. Als er das Tier nirgends finden konnte, informierte er am frühen Montagmorgen die Rettungskräfte. Ein Anwohner erzählte der Zeitung "Express", dass alle um sechs Uhr aus dem Bett geklingelt wurden. Die Menschen seien vorerst alle privat untergekommen, teilten die Stadt Köln und die Feuerwehr mit.

Experten in Schutzanzügen suchten alle Räume systematisch ab. Dazu wurde Mehl auf dem Fußboden verstreut, um so Kriechspuren des Tieres sichtbar machen zu können. Außerdem wurden Wärme- und Futterfallen in der Wohnung platziert, um das Tier anzulocken.

Auch für den Fall, dass die Schlange es doch aus dem Haus herausgeschafft haben könnte, hatten Experten bereits Entwarnung gegeben. Bei den eisigen Außentemperaturen wäre das Tier sofort in eine "Kältestarre" verfallen und bei länger anhaltenden Minustemperaturen erfrieren.

Biss einer ausgewachsenen Korallenschlange kann tödlich sein

Eine Gefahr für die Anwohner konnte die Feuerwehr ausschließen. Die vermisste Schlange sei ein Jungtier und verfüge über eine geringere Menge Gift als eine ausgewachsene Korallenschlange. Dennoch sei "mit äußerster Vorsicht vorzugehen", teilte die Stadt mit. Wenn das aus Südafrika stammende Tier zubeißt, setzt es ein Nervengift frei. Der Biss einer ausgewachsenen Korallenschlange kann sogar tödlich sein.

Auch bei einem Biss des sechs Monate alten Jungtieres sei mit einer "leichten bis mittelschweren Reaktion" zu rechnen. Weil jedoch auch schwere Reaktionen nicht auszuschließen sind, wurde vorsorglich ein Krankenhaus informiert. Die Klinik hat sich mit der Giftnotzentrale in München in Verbindung gesetzt, um Patienten im Fall der Fälle versorgen zu können. Ein geeignetes Gegengift stehe allerdings nicht zur Verfügung, hieß es.

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Besitzer hält zwölf Schlangen in seiner Wohnung

Der Besitzer der Schlange hält nach Behördenangaben neben der Korallenschlange noch elf weitere Schlangen in seiner Wohnung. Die nötigen Genehmigungen dafür lägen vor. Die Haltung der Tiere sei "vorbildlich", urteilte das Kölner Veterinäramt.

Seit Jahresbeginn gilt in NRW ein verschärftes Gifttiergesetz, das die Neuanschaffung besonders giftiger Tiere verbietet und bestehende Haltungen strenger reguliert. Halter müssen demnach sehr giftige Tiere anmelden und unter anderem eine hohe Haftpflichtversicherung vorweisen. Bislang bleiben die Kommunen nämlich oft auf den Kosten sitzen, wenn Feuerwehr und Ordnungsamt zum Großeinsatz anrücken müssen, weil ein giftiges Tier verschwunden ist.