Wann starten die Kitas wo in den Regelbetrieb?

Kita-Öffnungen: Die Pläne der Bundesländer im Überblick

Wann dürfen die Kitas wo wieder öffnen?
© dpa, Jens Büttner, jbu cul

22. Mai 2020 - 9:58 Uhr

NRW-Kitas öffnen ab dem 8. Juni

Eltern im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen atmen auf: Ab dem 8. Juni sollen sämtliche Kitas dort wieder für alle Kinder geöffnet werden, wenn auch zunächst nur mit eingeschränkter Betreuungszeit. Doch wie sieht es in den anderen Bundesländern aus und wo starten die Kitas demnächst noch in den eingeschränkten Regelbetrieb? Welche Regelungen und Pläne zu den Kita-Öffnungen in den einzelnen Bundesländern aktuell gelten, haben wir hier zusammengestellt.

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Baden-Württemberg

Kitas und Kindertagespflegestätten in Baden-Württemberg dürfen ihren Betrieb seit dem 18. Mai hin zu einem eingeschränkten Regelbetrieb ausweiten. Die Kommunen, Träger und Einrichtungen sind dabei für die Umsetzung vor Ort unter Einhaltung der geltenden Hygienerichtlinien selbst verantwortlich.

Bayern

Auch in Bayern sollen schrittweise mehr Kinder zurück in die Kitas und Kindergärten dürfen. Die Notbetreuung wird ab dem 25. Mai stufenweise ausgeweitet, dann dürfen zunächst alle Vorschulkinder zurück – und auch deren Geschwister, wenn sie die gleiche Einrichtung besuchen. Auch Waldkindergärten und Großtagespflege werden wieder geöffnet.

Nach dem Ende der Pfingstferien in Bayern am 15. Juni sollen all diejenigen Kinder zurück in die Kindergärten, die im Schuljahr 2021/2022 eingeschult werden. Auch die Kinder, die vor dem Wechsel in den Kindergarten stehen, dürfen in die Krippe zurück. Überall in Bayern gilt, dass möglichst feste und kleine Gruppen mit denselben Betreuern gebildet werden sollen.

Warum viele Corona-Regeln den Kindern in den Kitas jetzt Angst machen und was Eltern dagegen tun können, lesen Sie hier. 

Berlin

In Berliner Kitas wird nach wie vor eine Notbetreuung für Kinder angeboten, deren Eltern ihre Betreuung nicht gewährleisten können. Einen Anspruch auf Notbetreuung für ihre Kinder haben dabei seit dem 14. Mai alle Alleinerziehende und Familien, bei denen mindestens ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet.

Auch Kinder, die im kommenden Schuljahr eingeschult werden sowie deren Geschwister dürfen in Berlin die Notbetreuung besuchen. Ebenso einen Anspruch auf Notbetreuung haben Kinder, deren Betreuung das Jugendamt aus Kinderschutzgründen für erforderlich hält. Für alle gilt ein reduziertes Betreuungsangebot von bis zu vier Stunden am Tag.

Brandenburg

In Brandenburg ist es ähnlich wie in Berlin: In den Kitas gibt es eine Notfallbetreuung für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen, wenn diese selbst keine Betreuung ihres Kindes organisieren können. Auch Alleinerziehende, die keine anderweitige Betreuung organisieren können, haben Anspruch auf eine Notfallbetreuung ihrer Kinder. Kitas, die nicht an der Notfallbetreuung teilnehmen, ist der Betrieb untersagt.

Wie Eltern ihre Kinder bei der Wiedereingewöhnung in der Kita unterstützen können, haben wir hier zusammengestellt.

Wie sich der Alltag in unseren Kitas in Corona-Zeiten verändert hat, lesen Sie hier. 

Bremen

Auch in Bremen gilt in den Kitas derzeit ein Notbetreuungsangebot für Kinder, bei denen ein Betreuungsanspruch nachgewiesen werden konnte. Ab dem 1. Juni dürfen hier jedoch wieder alle Vorschulkinder in die Kita gehen. Eine Ausweitung auf weitere Gruppen ist für den 15. Juni geplant, wenn die Infektionslage diese ermöglicht. Die Betreuung in den Kitas erfolgt weiterhin in Kleingruppen. Bei nicht ausreichenden Kapazitäten werden Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten, bei der Betreuung bevorzugt.

Hamburg

Seit dem 18. Mai werden in Hamburger Kitas in der erweiterten Notbetreuung auch fünf- und sechsjährige Kinder aufgenommen, um ihnen den Übergang in die Schule zu erleichtern. Geplant ist bei positivem Verlauf eine stufenweise Rückführung der Kinder: Ab dem 8. Juni sollen auch Viereinhalbjährige sowie deren jüngere Geschwister in die Kitas zurückkehren können. Ab dem 29. Juni sollen die dreijährigen Kinder folgen.

Hessen: So laufen die Kita-Öffnungen

Kitas und Kindergärten haben in Hessen weiterhin im Rahmen einer Notbetreuung für Kinder bestimmter Personen- und Berufsgruppen geöffnet. Ab dem 25. Mai dürfen Kinder in Hessen wieder in der Kindertagespflege betreut werden, ab dem 2. Juni sollen die Kitas mit einem eingeschränkten Regelbetrieb wieder öffnen.

Mecklenburg-Vorpommern

Seit dem 18. Mai dürfen auch in Mecklenburg-Vorpommern die Vorschulkinder wieder in den Kitas betreut werden. Wichtig ist dabei, dass sich einzelne Gruppen im Tagesablauf nicht durchmischen. Der Übergang zum Regelbetrieb soll auch hier ab dem 25. Mai eingeleitet werden. Kinder, deren Eltern Vollzeit arbeiten, sollen in Mecklenburg-Vorpommern spätestens ab dem 2. Juni wieder umfassend in Kitas und Krippen betreut werden können.

Niedersachsen

Auch in den Kitas in Niedersachsen findet derzeit nur eine Notbetreuung statt. Die Betreuungsquote soll jedoch bis zum 8. Juni auf bis zu 50 Prozent ausgeweitet werden. Der Regelbetrieb in den niedersächsischen Kitas soll am 1. August anlaufen. Die Kindertagespflege, also die Betreuung sowohl durch Tageseltern als auch in Großpflegestellen, ist bereits am 11. Mai wieder gestartet.

Nordrhein-Westfalen

Bereits am 28. Mai werden die Kitas in Nordrhein-Westfalen für die Vorschulkinder geöffnet. Am 8. Juni wird die erweiterte Notbetreuung dann vom eingeschränkten Regelbetrieb abgelöst: Die Kitas und Tagesbetreuungen öffnen – unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens - mit reduziertem Wochenstundenumfang wieder für alle Kinder. Statt 45, 35 oder 25 Stunden werden Kinder dann 35, 25 bzw. 15 Stunden pro Woche betreut. Je nach Kapazitäten und nach Absprache mit den zuständigen Behörden dürfen Kitas bei der Stundenzahl nach oben und nach unten hin abweichen.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz bieten die Kitas derzeit ebenfalls eine erweiterte Notbetreuung an. Zum 8. Juni soll auch hier ein eingeschränkter Regelbetrieb starten, soweit Infektionsgeschehen, Räumlichkeiten und Personal vor Ort es zulassen. Das besagen die Leitlinien für die Kita-Öffnungen, die Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) jetzt vorgestellt hat. Bis die Kapazitäten groß genug seien, werde es für viele Eltern und Kindern allerdings nur ein sehr eingeschränktes Angebot geben, so Hubig. Kinder alleinerziehender und vollberufstätiger Eltern und die, die kurz vor der Einschulung stehen, sollen dabei besonders berücksichtigt werden.

Ob Eltern die Einschulung ihrer Kinder wegen der Corona-Krise nun um ein Jahr verschieben können, erklären wir hier. 

Saarland

Auch im Saarland gibt es eine Notbetreuung für Kinder in den Kitas. Diese wurde mittlerweile dahingehend ausgeweitet, dass maximal zehn Kinder je Gruppe betreut werden können. Berufstätige Eltern, die keine andere Alternative zur Betreuung ihrer Kinder haben, sollen einen Notbetreuungsplatz bekommen. Die Kapazitäten sollen jetzt schrittweise erweitert werden. Ziel von Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot ist es, bis spätestens zu den Sommerferien einen möglichst regulären Betrieb an Kitas und Schulen herzustellen.

Sachsen

In Sachsen gilt seit dem 18. Mai ein eingeschränkter Regelbetrieb in den Kitas, Kinder dürfen diese also wieder regelmäßig besuchen. Der Betreuungsanspruch ist hier nicht länger eingeschränkt, alle Eltern haben also einen Anspruch auf Betreuung ihrer Kinder in Kitas, Kindergärten oder Krippen. Gibt es jedoch zu wenig Personal oder Räumlichkeiten, müssen eingeschränkte Betreuungszeiten in Kauf genommen werden. Auch hier werden feste Gruppen durch immer dasselbe Personal betreut.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt, wo es nur wenige Corona-Infizierte gab, können ab dem 2. Juni wieder alle Kinder in die Kita gehen, so der Kita-Fahrplan des Sozialministeriums des Landes. Zentrales Element des Konzepts sind feste Betreuungsgruppen und viel Zeit im Freien an der frischen Luft. Bereits am 15. Mai wurde die Regelung aufgehoben, dass maximal zwölf Kinder in einer Gruppe betreut werden dürfen. Zuvor wurde der Anspruch auf Notbetreuung in Sachsen-Anhalt mehrfach ausgeweitet.

Schleswig-Holstein

Auch in Schleswig-Holstein wird in den Kitas derzeit eine Notbetreuung angeboten. Zum 18. Mai wurde die Auslastung in den Kitas auf rund 30 Prozent erhöht. Kinder mit Förderbedarf und Vorschulkinder werden wieder betreut, die Betreuungsgruppen dürfen jetzt maximal zehn Kinder umfassen. Ab dem 1. Juni soll in Schleswig-Holstein ein eingeschränkter Regelbetrieb gelten – damit soll die Auslastung auf 55 Prozent steigen.

Thüringen

Seit dem 18. Mai liegt die Verantwortung für die Kita-Betreuung in Thüringen weitestgehend bei den Kommunen, die bei der Wiedereröffnung von Kitas eigenverantwortlich vorgehen. Sie dürfen entscheiden, wann der eingeschränkte Regelbetrieb wieder aufgenommen wird, spätestens jedoch bis zum 15. Juni. Beginnt eine Kita mit dem eingeschränkten Regelbetrieb, endet damit dort die Notbetreuung.

Die maximale Gruppengröße von zehn Kindern pro Gruppe gilt in Thüringen nun nicht mehr, stattdessen wird den Trägern ein Quadratmeterschlüssel empfohlen, durch den sich die Gruppengröße nach den zur Verfügung stehenden Räumen bemisst.

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