Halbnackte Fotos gemacht und an Freund verschickt

Prozess in Verden: "Meine beste Freundin hat meine Tochter missbraucht"

16. November 2020 - 12:05 Uhr

Im Video: Bianca B. über ihre schlimme Erfahrung

Ausgerechnet die Person, der man mit am meisten vertraut, missbraucht das eigene Kind. Eine grauenhafte Vorstellung, die für Bianca B. aus Köln leider zur Realität geworden ist. Als sie ihrer besten Freundin ihre kleine Tochter anvertraut, vergeht die sich skrupellos an dem Mädchen. Im Video spricht die junge Mutter über den schrecklichen Vertrauensbruch.

Laura Z. verschickt Fotos des Mädchens an Ehemann

Es ist der 17. April 2018. Bianca B. aus Köln ist mit ihrer Familie zu Besuch bei ihrer Mutter in Bremen. Die 25-Jährige nutzt die Gelegenheit und trifft dort ihre beste Freundin. An dem Tag ist sie leicht erkältet, deshalb will ihre Freundin auf die Tochter aufpassen. Laura Z. geht mit Juliane und ihrem eigenen kleinen Sohn auf einen Spielplatz. Dort missbraucht die Frau das kleine Mädchen. "Meine Tochter lag unbekleidet auf der Netzschaukel und da wurde sie dann freizügig fotografiert", erzählt Bianca B. im RTL-Interview. Die Fotos verschickt Laura Z. über den Messengerdienst Telegram an ihren Mann Manuel Z. dessen Benutzername "Pedo" lautet. Das Paar soll sich schon öfter Kinderpornos angeschaut haben.

Bianca B. erfährt von dem Missbrauch an ihrer Tochter erst Wochen später, als die Kriminalpolizei sich an die junge Mutter wendet. "Die Kripo ist extra nach Köln gekommen und hat mich da dann vernommen. Das war eine ganze Akte voll mit Bildern, die auf Papier gedruckt worden sind. Das war einfach ein Schock", so Bianca B. entsetzt über die vielen Fotos.

Urteil nach Missbrauch: Ein Jahr auf Bewährung

Die Ermittler sind Laura Z. nur auf die Spur gekommen, weil sie den Rechner ihrer Arbeit benutzt hat, um die perversen Fotos zu verschicken. Z. ist wegen schweren Kindesmissbrauchs angeklagt worden. Bianca B. schließt sich dem Prozess als Nebenklägerin an. Denn ihre beste Freundin hat ihr Vertrauen schamlos ausgenutzt.

Laura Z. wird zu einer Bewährungsstrafe von nur einem Jahr verurteilt. Der Grund: Sie ist nicht voll schuldfähig und leidet an einer Persönlichkeitsstörung.