Erstickungsgefahr durch Kleinteile

Matratzen für Babys und Kleinkinder: Diese vier Modelle fallen durch

Bei vier Kindermatratzen lässt die Sicherheit zu wünschen übrig.
Bei vier Kindermatratzen lässt die Sicherheit zu wünschen übrig.
© iStockphoto, pinstock

22. September 2021 - 13:09 Uhr

Stiftung Warentest prüft 14 Kindermatratzen

"Schlafen wie ein Baby" – das steht sprichwörtlich für eine richtig erholsame Nachtruhe. Damit das bei den Kleinen auch gut klappt, ist die richtige Matratze eine der Grundvoraussetzungen. Auf welchen sind die Kleinen gut und vor allem sicher gebettet? Stiftung Warentest hat jetzt 14 Kindermatratzen der Standardgröße 70 mal 140 Zentimeter untersucht. Fünf Matratzen überzeugten die Tester dabei mit einer "guten" Leistung, vier sind allerdings durchgefallen: Hier können Kleinteile gefährlich für Babys und Kleinkinder werden.

Darauf achteten die Matratzen-Tester

Untersucht haben die Tester die Matratzen auf Liegeeigenschaften, Haltbarkeit, Sicherheit, Bezug, Handhabung, Deklaration sowie Gesundheit und Umwelt. Erstmals wurde auch geprüft, wie gut die Luft durch die Auflagen zirkulieren kann – das spielt vor allem bei stark schwitzenden Kindern eine Rolle. Bei den Liegeeigenschaften erreichten alle Modelle mindestens die Note "befriedigend". Bei den Sicherheitsprüfungen ergaben sich aber gravierende Mängel.

Im letzten Test von Oktober 2018 wurden einige Matratzen als zu weich befunden – Babys hätten in diesen mit dem Gesicht zu weit einsinken und ersticken können. Inzwischen haben die Hersteller in diesem Punkt nachgebessert. Nun liegt das Risiko bei vier Anbietern aber woanders.

Reißverschluss kann bei diesen Modellen zum Verhängnis werden

Kindermatratzen-Test
Weil sich an manchen Kindermatratzen Kleinteile lösen können, droht Kindern Erstickungsgefahr. Foto: Stiftung Warentest/dpa-tmn
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Bei folgenden Matratzen haben die Hersteller am Reißverschluss des Matratzenbezugs Griffplatten verwendet, die sich bei Drehung oder Zug ablösen können:

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Weil Kleinkinder die Teile verschlucken und daran ersticken könnten, fielen die Matratzen mit der Bewertung "mangelhaft" (Note 5,0) durch den Test. Gegenüber Stiftung Warentest erklärten alle vier Hersteller, Eltern die Bezüge auf Wunsch kostenlos zu tauschen. Alternativ könnten Erziehungsberechtigte die Griffplatten aber auch selbst entfernen.

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Kindermatratzen: Die Testsieger

Als Siegerin geht die Kindermatratze Paradies Mariella Hygienica (159 Euro, Note 2,1)* aus dem Test hervor. Sie überzeugt mit guten Liegeeigenschaften und sehr guter Haltbarkeit. Die besten Liegeeigenschaften bietet die Ikea Himlavalv (139 Euro, Note 2,3)*. Aktueller Preis-Leistungs-Sieger ist das Modell Dänisches Bettenlager Jonas (100 Euro, Note 2,4).

Alle Testergebnisse finden Sie auf der Website von Stiftung Warentest.

Mit zunehmender Größe wird es Zeit für den Matratzenwechsel

Neben der richtigen Härte ist bei der Wahl der Matratze auf eine bestmögliche Luftzirkulation zu achten, erklärt die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder. Deshalb sollte auch auf Nässeschutzauflagen besser verzichtet werden.

Manche Hersteller weisen für ihre Matratzen eine Baby- und eine Kleinkindseite aus. Laut Stiftung Warentest sind die Unterschiede nicht riesig, die Babyseite sei jedoch stets etwas härter. Die richtige Zeit für einen Wechsel zur Kleinkindseite liege im Ermessen der Eltern. Die Hersteller geben Hinweise wie etwa Körpergewicht oder Alter an die Hand.

Wenn Kopf und Füße des Kindes je weniger als zehn Zentimeter Abstand zum Matratzenrand haben, sei es schließlich Zeit, zu einem Erwachsenenmodell zu wechseln. Welche hier am besten abschneiden, zeigt dieser Test. (dpa/rka)

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