Kinderlähmung-Impfung – Was spricht für eine Impfung gegen Polio?

Eine Kinderlähmung-Impfung ist für Ihr Baby unumgänglich,
Eine Kinderlähmung-Impfung ist für Ihr Baby unumgänglich,
© Svetlana Fedoseeva - Fotolia

09. März 2018 - 13:21 Uhr

Ist ihr Kind gegen Polio geimpft?

Die Gesundheit Ihres Babys ist das Wichtigste! Lassen Sie deshalb Ihren Nachwuchs früh gegen Kinderkrankheiten impfen. Darunter fällt auch die Kinderlähmung-Impfung, die vor der hochansteckenden, fieberhaften Viruserkrankung schützt. Lesen Sie hier, was Sie bei dieser Schutzimpfung beachten müssen.

Laut WHO (World Health Organization) ist Deutschland seit 2002 von Kinderlähmung, auch Poliomyelitis (kurz: Polio) genannt, befreit. In Asien und Afrika ist die Krankheit jedoch immer noch verbreitet. Das bedeutet, sie kann jederzeit wieder nach Deutschland eingeschleppt werden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie gegen diese unheilbare Krankheit für Ihr Kind zeitig eine Kinderlähmung-Impfung veranlassen!

Übertragung von Kinderlähmung

Die Polio-Viren finden sich hauptsächlich im Stuhl und werden mit ihm ausgeschieden. So können sich Babys vor allem durch eine Schmierinfektion (Stuhl-Hand-Mund) anstecken. Auch eine Tröpfcheninfektion durch Niesen oder Husten ist möglich. Verschmutztes Trinkwasser kann ebenfalls Polio-Viren enthalten. Eine Impfung für Ihr Baby ist daher unumgänglich!

Wie wird geimpft?

Neben Einzelimpfstoffen und Kombinationsimpfstoffen gibt es auch noch den Sechsfach-Kombinationsimpfstoff, der bei der Kinderlähmung-Impfung angewandt wird. Diese Impfstoffe wirken mit sogenannten inaktivierten Viren (IPV). Mit der "Sechsfach - Impfung" wird Ihr Baby gleichzeitig auch gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, das Bakterium Hib und Hepatitis B geimpft. So erhält Ihr Nachwuchs eine optimale Kinderimpfung.

Der Impfstoff wird in der Regel in den Muskel gespritzt. Es gibt allerdings auch die sogenannte "Schluckimpfung" mit Lebendviren (OPV), bei der der Impfstoff oral aufgenommen wird - bei Kindern oftmals in Form eines Zuckerwürfels, auf den der Stoff geträufelt wird. Seit 1998 wird diese Form der Impfung in Deutschland nicht mehr genutzt, da es in seltenen Fällen zu einer Erkrankung an Kinderlähmung durch die verwendeten Lebendviren kam.

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Wie oft wird geimpft?

Eine einmalige Kinderlähmung-Impfung garantiert noch nicht für einen vollständigen Schutz. Das müssen Sie beachten:

Kombinationsimpfstoff:

Je nach verwendetem Impfstoff werden Kinder zur Grundimmunisierung unterschiedlich geimpft.

Zwei Impfungen: Diese werden im Abstand von mindestens acht Wochen durchgeführt. Sie können Ihr Baby ab einem Alter von zwei Monaten impfen lassen.

Vier Impfungen: Diese werden im Abstand von mindestens vier Wochen (meist im Alter von zwei, drei und vier Monaten) durchgeführt. Die vierte Impfung erfolgt dann zwischen dem elften und vierzehnten Monat.

Einzelimpfstoffe:

Zur vollständigen Grundimmunisierung wird Ihr Baby mit zwei oder drei Impfungen behandelt.

Zwischen dem neunten und siebzehnten Lebensjahr ist in beiden Fällen eine Auffrischung der Kinderlähmung-Impfung nötig. Erst danach gilt man als vollständig immunisiert!

Gibt es Nebenwirkungen bei der Kinderlähmung-Impfung?

Impfungen gegen Kinderkrankheiten sind häufig mit Nebenwirkungen verbunden. Bei drei- bis sechsjährigen Kindern kommt es gelegentlich zu temporären Symptomen wie Fieber, Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen. Diese Nebenwirkungen können sich nach einer wiederholten Schutzimpfung verstärken.

Auch wenn Deutschland Polio-frei ist: Laut Robert-Koch-Institut ist eine Impfung gegen Kinderlähmung so lange notwendig, bis die Krankheit weltweit als ausgerottet gilt!