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Keuchhusten-Welle auf dem Vormarsch – warum der "100-Tage-Husten" so gefährlich ist

Keuchhusten: Alles, was Sie wissen müssen
Keuchhusten: Alles, was Sie wissen müssen Symptome, Behandlung, Prävention 00:01:59
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Albtraum: Keuchhusten

Keuchhusten ist einfach nicht zu stoppen: Betroffene bekommen einen Hustenanfall nach dem anderen – ganz gleich ob tagsüber oder nachts. Wer sich einmal mit Keuchhusten angesteckt, hat lange damit zu kämpfen. Vor allem deshalb, weil die bakterielle Erkrankung sehr tückisch ist. Wir verraten Ihnen, warum das so ist und wie Sie sich dagegen am besten schützen können.

Inkubationszeit und Symptome von Keuchhusten

Mehr als 25.000 Menschen haben sich im Jahr 2017 laut Robert-Koch-Institut mit dem Bordetella-pertussis-Bakterium angesteckt. Und das geht durch einfache Tröpfcheninfektion ziemlich schnell. Die Inkubationszeit liegt jedoch zwischen sechs und 20 Tagen.

Erwachsene Erkrankte haben zunächst ähnliche Symptome wie bei einer normalen Grippe: starken Husten, Schnupfen, Fieber. Im Laufe der Krankheit kommt es immer öfter zu den typischen krampfartigen Hustenanfällen, bis Patienten die Luft wegbleibt. Die Attacken können jedoch so stark werden, dass es zu Erbrechen kommt.

Sollte die Impfpflicht kommen?

Was an Keuchhusten so gefährlich ist

  • Das Gefährliche: Bei Babys kann der Husten zum Atemstillstand führen und somit lebensbedrohlich werden. Säuglinge unter sechs Monaten husten meist gar nicht. Die Attacken äußern sich ausschließlich in Atemstillständen. Deshalb werden kleine Patienten oft im Krankenhaus behandelt.
  • Besonders tückisch ist auch, dass die Krankheit klinisch häufig gar nicht erkannt wird. Der Grund: Bei Jugendlichen und Erwachsenen kommt es nicht zwangsweise immer zu grippeähnlichen Symptomen. Oft äußern sich die Beschwerden "nur" in einem starken trockenen Husten, der einfach nicht aufhören will. Das macht es auch für Mediziner schwer, die Krankheit zu diagnostizieren.
  • Nicht umsonst wird Keuchhusten auch "100-Tage-Husten" genannt. Der Name kann leider Programm werden: Wird die Erkrankung nicht mit einem Antibiotikum behandelt, können sich die Husten-Ausläufe der Krankheit bis zu 3 Monate hinziehen. Dabei sind vor allem körperliche Anstrengungen, Zigarettenrauch oder kalte Luft Auslöser für den sich ewig hinziehenden Reizhusten.
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Wie Sie sich gegen Keuchhusten schützen können

Die Ständige Impfkommission empfiehlt, sich gegen Keuchhusten und weitere Krankheiten impfen zu lassen. Besonders, weil die Krankheit für Säuglinge lebensgefährlich sein kann, ist hier eine Impfung angeraten. Sie sollte jeweils im Alter von 2, 3, 4 und 11 bis 14 Monaten erfolgen. Im Alter von 5 bis 6 Jahren und 9 bis 17 Jahren sollte die Impfung aufgefrischt werden. Was Sie beim Impfen Ihres Babys beachten sollten, erfahren Sie im Video.

Für Erwachsene wird empfohlen, die nächste fällige Tetanus- und Diphterie-Impfung mit der gegen Keuchhusten zu verbinden.

Übrigens: Das Erregerreservoir des Bordetella-pertussis-Bakteriums ist einzig und allein der Mensch. Das heißt, es wäre grundsätzlich sogar möglich, die Krankheit auszurotten – wenn eine Durchimpfung der Menschheit stattfände.

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